Montag, 14. Juli 2014

Fantastisch sensibel




Das Reich der Tränen

Immer wenn Mia Tränen in die Augen steigen, verlässt sie die Realität und findet sich im Reich der Tränen wieder – einer Welt mit blühenden Landschaften und Mias treuesten Freunden. Doch die Herrscherin dieses Reichs, Königin Zenoide, trachtet ihr nach dem Leben. Während Mia versucht, ihren Freund Goldiur aus dem Kerker der Königin zu befreien, findet sie heraus, dass das Reich der Tränen sehr eng mit ihrem wahren Leben verwoben ist – und sie sich in der Realität längst in den Fängen der bösen Königin befindet.

Eine bewegende Geschichte über die Macht der Fantasie

Ab 11 Jahren
224 Seiten, mit schwarz-weißen Illustrationen

ISBN: 978-3-522-18389-5
Preis: 12,99€ [D]






VORSICHT SPOILER!
Leider kann ich "Das Reich der Tränen" nicht rezensieren, ohne hier und da auf das Buch einzugehen. Das Buch ist so fantastisch und hat mich emotional zutiefst bewegt. Hinten im Anhang nimmt die Autorin Stellung dazu, warum sie dieses Buch geschrieben hat und ich merkte auch ich bin eine Betroffene. Auch wenn man sagt, das geschlagene Kinder, schlagende Eltern werden kann ich es zumindest in meinem Fall nicht bestätigen. Natürlich gab es im Umgang mit meinen Kindern, die natürlich auch herausforderndes Verhalten an den Tag legen die eine oder andere Situation in der ich am liebsten eine Ohrfeige verteilt hätte. Mia ist ein Mädchen, deren Mutter macht ausüben möchte und gerade dann, wenn sie die völlige Macht übernommen hat sich groß und stark fühlt. Jede Ohrfeige, jeder Schlag mit dem Kochlöffel tat mir weh, denn es ist genau dieses wie ich auch bestraft wurde. Mit Schlägen wurden Kinder klein gehalten und ihr Wille gebrochen. Was als Erziehungsmethode galt ist heute verboten und ich kann dem nur beipflichten, denn es verletzt und beschämt. Mia flieht in das Land der Tränen um sich selbst zu schützen. Mia bekommt keine Rückendeckung, weder von ihrem Vater, der seine Augen davor verschließt vor dem, was sich in seinen eigenen vier Wänden abspielt, noch von Oma, die meint, das alles richtig und gut ist. Das Mia zu zerbrechen scheint, ist den Erwachsenen um sie herum nicht ersichtlich. Selbst als Mia einer Psychologin vorgestellt wird, kann Mia sich nicht öffnen, da sie regelrecht unter Druck gesetzt wurde. Ich kann mich erinnern, das auch ich zu den Träumerinnen zählte, vielleicht auch als eine Art Selbstschutz? "Das Reich der Tränen" hat mich zutiefst bewegt, denn da ich eigentlich nur auf das Cover fixiert war und auch anhand des Klappentextes war nicht unbedingt ersichtlich was mich letztendlich erwarten wird. Von mir gibt es eine echte Leseempfehlung, denn das "Das Reich der Tränen" ist ein Buch, welches sich mitten ins Herz bohrt und definitiv ganz anders ist als die Lilith Parker Reihe der Autorin, vielleicht ist es deshalb so unglaublich gut, das ich mit dem gelesenen immer noch zu kämpfen habe? In mir etwas zerbrochen und wieder aufgebrochen, denn ich dachte tatsächlich das ich mit der Vergangenheit schon abgeschlossen hatte. man braucht hin und wieder doch einiges an Kraft und Mut um weiterzulesen. Einmal durchgehalten, erschließen sich Gefühle, die von Wut bis Trauer reichen. "Das Reich der Tränen" ist allerdings nicht nur traurig, sondern auch fröhlich, mit einem Happy End, welches zeigt, das man nicht innerlich zerbrechen muss, sondern aufstehen und immer und immer und wieder neu kämpfen muss. Nicht jedem von uns ist es gegeben in ein Phantasieland zu flüchten. Es wird immer wieder Menschen geben die innerlich zerbrechen, aber vielleicht sollten gerade wir die Augen aufhalten und zur Not eingreifen, wenn wir Dinge bemerken, die nicht recht zu sein scheinen? Im Anhang finden wir einige Kontaktmöglichkeiten für Institutionen, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vielen Dank an Janine Wilk, die sich entschieden hat dieses äußerst sensible fantastische Buch zu schreiben. Es ging mir sehr nah und hat mich zutiefst bewegt.






Mein Dank auch an BloggdeinBuch und den Thienemann Verlag für dieses wirklich herausragende Buch mit dem Prädikat besonders wertvoll, denn wer beim Lesen völlig entspannt bleibt, sollte sein Denken und Handeln erneut überdenken.

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