Dienstag, 4. März 2014

"Mutig zu sein bedeutet nicht, keine Ängste zu haben, sondern sich ihnen zu stellen."



Britta Sabbag

Stolperherz

Ab 12 Jahren
Boje
Hardcover, 207 Seiten 

12,99 Euro
ISBN: 978-3-414-82381-6


Sanny kann ihr Glück kaum fassen: Ausgerechnet Greg, der coole Bassist der Schulband Crystal, lädt sie ein, bei der letzten Probe vor den Sommerferien dabei zu sein. Doch es kommt noch besser: Die Jungs fragen sie, ob sie Lust hat, die Band auf ihrer Tour zu begleiten. Bisher war Sanny immer nur das unscheinbare Mädchen mit dem Stolperherzen, so genannt, weil sie mit einem Herzfehler geboren wurde. Doch Sanny zögert nicht lange – tischt ihrer Mutter kurzerhand eine Lüge auf und steht am nächsten Morgen pünktlich am Treffpunkt. Und einmal unterwegs beginnt für Sanny die aufregendste Zeit ihres Lebens ... 
LESEPROBE!



"Mutig zu sein bedeutet nicht, keine Ängste zu haben, sondern sich ihnen zu stellen."
Zitat aus Stolperherz 


"Stolperherz" ist ein wunderbarer Schmöker für junge Mädchen und natürlich auch deren Mütter, die sich auf ein Abenteuer der besonderen Art mitnehmen lassen wollen. Von der Autorin kannte ich schon "Pandablues", welches mich auch schon mitreißen konnte, aber "Stolperherz" gefiel mir ehrlich gesagt noch um einiges besser. Ich hätte mich höchstwahrscheinlich auch in den coolen, gutaussehenden Bassisten verknallt und wenn er dann auch noch singen und Liedtexte schreiben könnte, dann wäre er derjenige dem mein Herz zufliegen würde, wenn ich denn 15 Jahre alt wäre wie Sanny natürlich nur, obwohl ........ nun ja, lassen wir das jetzt besser ☺Auf jeden Fall hat die Autorin hier wunderbare Protagonisten geschaffen, die man entweder lieben muss oder eben nicht als Freund oder Freundin geschenkt bekommen möchte. Diese aufgeblasenen Tussis die sich für etwas besseres halten oder zumindest ihre zugewiesene Rolle perfekt spielen können. Irgendwann auf der Tour der Band Crystal klar, das eigentlich jede/r sein Päckchen zu tragen hat und eigentlich nur eine Maske trägt um nicht verletzt zu werden, wenn man aber hinter die Fassade guckt wird schnell klar, das auch die schönste Maske ihre Risse hat.

Besonders begeistern konnte mich, das "Stolperherz" nicht oberflächlich bleibt, sondern eine echte Geschichte zu erzählen hat. Eine Geschichte die zeigt, das es sich lohnt etwas zu wagen und dennoch dabei sich selbst zu bleiben. Sanny, die durch ihrer Herzerkrankung immer nur am Rand stand ist nun mitten im Geschehen und spielt dabei die Hauptrolle ohne es zu wissen und ohne es zu ahnen, was sie alles bewirken kann. Interessant ist hierbei, das Britta Sabbag ihre Erinnerungen neu aufleben lässt und ehrlich gesagt würde ich tatsächlich wissen wollen, welche Rolle sie im Geschehen übernommen hatte. Hoffentlich nicht Michelle, dieses junge Mädchen empfand ich am Anfang doch recht unangenehm und oberflächlich, aber auch sie lässt irgendwann ihre Maske fallen und zeigt Unsicherheit und mangelndes Selbstbewusstsein. Schön ist, das sich die Personen zu verändern scheinen und das ist das, was mir am besten gefallen hat, obwohl die Story rund um die Tour der Band natürlich auch spannend ist, da man sich als Außenstehender solchen Gedanken eigentlich nicht hingibt. Was interessierten mich zuvor die Übernachtungsmöglichkeiten oder Gigs? So ein kleiner Einblick war interessant und zeigt das so ein Auftritt und wenn es auch nur in einer Kneipe oder Bar ist echte Vorbereitung und Planung benötigt, das war mir natürlich vorher nicht bewusst, bzw. hat mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich interessiert. Mit Sanny verändert man sich, denn sie bohrt sich einfach völlig unbewusst in unser Herz und lässt dieses zwischendurch auch einfach stolpern. Sanny bleibt natürlich und liebenswert auch wenn sie sich diese Tour durch eine Lüge erschlichen hat. Gut fand ich auch, das sie ihren Prinzipien was Drogen oder Alkohol betrifft treu bleibt. Ich trinke auch oft Fanta, wenn alle anderen um mich herum zu anderen Sachen greifen.

Ich bin sehr zufrieden gewesen mit dem doch recht kitschigen Ende, aber wäre es anders gewesen, hätte ich das Buch nicht mit einem Lächeln im Gesicht zusammengeklappt, sondern es vielleicht vor Frust einfach in die nächste Ecke gepfeffert? So kann ich "Stolperherz" eine echte Leseempfehlung aussprechen und möchte mich zusätzlich noch beim Verlag bedanken, die dieses Buch für eine Verlosung zur Verfügung gestellt haben. Was hätte ich verpasst, wenn ich es nicht gelesen hätte? Vielen Dank also und auch ein Dankeschön an Britta Sabbag die uns an ihren Erinnerungen teilhaben lässt. Ich bin sehr gespannt, inwieweit die Story authentisch und inwieweit einfach nur erfunden wurde. Vielleicht bekomme ich es ja doch noch irgendwann heraus?

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