Freitag, 31. Mai 2013

Mika und Lea


Freak City


240 Seiten, 
6,99 €
ISBN: 
978-3-551-31093-4


Lea ist hübsch, temperamentvoll - und von Geburt an gehörlos. Als Mika sie zum ersten Mal sieht, zieht ihn das quirlige Mädchen mit der Lockenmähne sofort in ihren Bann. So sehr, dass er beschließt, einen Gebärdensprachkurs zu machen. Familie und Freunde sind skeptisch und bald kommen ihm selbst erste Zweifel. Nie hätte er gedacht, dass die Welt der Gehörlosen eine völlig andere ist als seine. Und plötzlich ist da wieder Sandra, Mikas Exfreundin, über die er nie ganz hinweggekommen ist. Doch Lea hat sich schon in sein Herz geschlichen ...







Meine Meinung:
Für Hierschreibenwir durfte ich "Freak City" lesen und bin wirklich begeistert. Schon die Leseprobe und das Cover versprachen ein wirklich tolles Buch, denn über Menschen mit Behinderungen wird vielleicht auch deshalb nicht oft geschrieben, da es vielleicht abschreckt oder einfach übergangen wird, da man sich diesem als Leser vielleicht auch nicht unbedingt stellen möchte. Ein grober Fehler, denn "Freak City" beinhaltet nicht nur eine sagenhaft gute Liebesgeschichte, sondern spricht unverblümt über Gehörlose und ihre Probleme im Alltag und zeigt auch ganz klar, das Gehörlose nicht dumm sind, sondern nur einfach nicht hören können. Für mich war es so, das ich mit einer Gehörlosen in der Nachbarschaft aufgewachsen bin und mir deshalb diese Behinderung (Sorry, ich weiß einfach nicht welches andere Wort ich nutzen soll. Es soll definitiv nicht abwertend klingen!) nicht neu. Schon alleine deshalb fand ich das Cover so passend, denn mit einer Gehörlosen zu kommunizieren klingt ein klein wenig als wenn man versucht unter Wasser zu sprechen. Im Buch wird es als monoton bezeichnet. An anderer Stelle wird erwähnt es klingt wie ein Roboter. Völlig fremde Laute also. Es wird auch aufgezeigt, wie mühsam es ist das Sprechen zu lernen, wenn man sich selbst dabei nicht hören kann. Es steckt also auch eine Menge Arbeit dahinter überhaupt sprechen zu können und es verdient Hochachtung, aber wir Menschen reagieren nun einmal auf Dinge die uns fremd sind mitunter auch mit einem Lachen. Ist es unsere Unsicherheit oder einfach Dummheit das wir so reagieren?
Lea im Buch ist mir auf jeden Fall um einiges sympathischer als die oberflächliche Sandra, die Lea nicht einen Augenblick als Konkurrenz empfindet, da sie eben nicht hören kann. Gutes aussehen ist nicht alles und ich finde Mikas Entscheidungen sehr gut, obwohl er erst einmal gegen Wände läuft, bevor erst ihm und dann den anderen in seinem Umfeld klar wird, das er sich verliebt hat und zwar in Lea. 
Ich fand das Buch wirklich toll und konnte mich komplett auf diese wirklich interessante und wunderschöne Liebesgeschichte einlassen. Mika ist echt ein toller Typ und als Sandra sich entschließt mit ihm Schluss zu machen, ihn sich aber auf der anderen Seite warm hält, falls noch etwas besseres daherkommt, empfand ich ihre Oberflächlichkeit und Arroganz schon echt extrem. Vielleicht wäre das Buch auch langweilig geworden, wenn man nicht auch Personen hineinschreibt, die einem querkommen?
Für mich war das Ende genau richtig, denn nach dem ganzen Hin und her musste einfach etwas wirklich  Schönes passieren um mich zufrieden zu stellen.
Dunkelcafès gibt es tatsächlich und ich glaube, wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich diese Erfahrungen nutzen wollen um meine eigene Wahrnehmung einmal ganz anders zu erfahren.



Von mir gibt es auf jeden Fall eine   für ein ganz, ganz tolles Jugendbuch, was meiner Meinung nach auch ideal wäre für den Schulunterricht, da es aufzeigt, das Menschen mit Behinderungen (hier Gehörlose) ganz normale Menschen sind, die sich nur anders gebärden und verständigen als wir es können. Es hat also auch noch einen gewissen Lerneffekt und regt sicherlich auch zum Nach - und Umdenken an.



Dienstag, 28. Mai 2013

Mords-Crescendo




  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 374 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 234 Seiten
  • Verlag: bookshouse
  • weitere Formate für eBooks auf der Verlagsseite verfügbar
  • eBook 4,99 Euro
  • TB     11,99 Euro


Kommissarin Belle James, die den Anblick von Leichen nicht mehr ertragen kann, und ihr ehrgeiziger Kollege Jan Perkos stehen vor einem Rätsel. Auf dem Gelände einer abgebrannten Villa in der beschaulichen süddeutschen Kleinstadt Benenbach wurde eine Leiche in einer Bauerntruhe gefunden. Erschlagen und grausam verstümmelt. Bei ihren Ermittlungen geraten James und Perkos in ein Gespinst aus Lügen und Intrigen. Sie begegnen Ass, einem Junkie, der keiner ist. Sie lernen Graf von Ellenbach kennen, auf dessen Gelände die Tote gefunden wurde und der offensichtlich Dreck am Stecken hat. In den Mittelpunkt der Ereignisse rücken die Mitarbeiter der privaten Musikschule von Benenbach.

Die neu engagierte Querflöten-Lehrerin Annika Griebel ahnt, dass ihre Kollegen nicht immer die ganze Wahrheit erzählen. Als ein zweiter Mord geschieht, beginnt Annika auf eigene Faust zu recherchieren und gerät in tödliche Gefahr.

LESEPROBE!


Infos zur Autorin: HIER!




Meine Meinung:
Einem spannenden Krimi bin ich nie abgeneigt und an Tagen an denen ich arbeiten muss, nehme ich meinen Kindle mit und genieße die Kundenfreie Zeit mit Lesen, daher bin ich wirklich dankbar für die vielen tollen eBooks des bookshouse Verlages, die mich bisher durchweg begeistern konnten.
"Mords Crescendo" besticht dadurch, das ich bis zum Schluss nicht wusste wer der Mörder ist, denn das es ein männlicher Täter ist offenbart er selbst indem er uns an seinen Gedanken teilhaben lässt, die immer wieder im Geschehen einfließen und mich dem Täter so näher bringen. Seine Tat ist natürlich unbegreiflich, auch wenn hinterher das WARUM zu erkennen ist, denn das Recht über Leben und Tot zu entscheiden, liegt einfach nicht bei uns Menschen, sondern sollte von anderer Hand ausgeführt werden. rein psychologisch ist es aber dennoch nachzuvollziehen, denn Erlebnisse in der Kindheit und jede Menge andere Einflüsse spielen hierbei eine größere Rolle.
Dem Täter auf die Spur zu kommen führt über eine Bauerntruhe, die letztendlich auch ausschlaggebend dafür ist den Mörder zu finden, aber bis dahin passiert ganz, ganz viel und es bleibt das ganze Buch über wirklich spannend. Die Personenbeschreibungen sind interessant und auch wenn fand das die Kommissare zuviel in einem Französischen Lokal speisen um den Mord zu klären, wird dies wahrscheinlich benötigt um das Ganze abzurunden.
Warum wurde die Tote verstümmelt? Warum wurden ihr die Augen entfernt? Hat sie etwas gesehen, was sie nicht hätte sehen dürfen? Für die Kommissarin Belle James ist dieser Anblick verstörend und zwischendurch habe ich das Gefühl, das sie an ihrem Arbeitsplatz völlig fehl am Platz ist und dann trifft sie die Mitarbeiter der Musikschule auch noch an ihrem freien Wochenende in einem Wellnesshotel und ist sofort zur Stelle als ein weiterer Mord geschieht. Das kann man nun drehen und wenden wie man möchte und es als echt blöden Zufall hinnehmen, denn eigentlich wollte Belle ja entspannen und nicht gleich am Tatort erscheinen. Ein kleines bisschen Zufall zuviel und die Lehrer der Musikschule bekleckern sich auch nicht gerade mit Ruhm. Eine Kollegin stirbt und sie haben nichts besseres zu tun als zu feiern? Wahrscheinlich geht jeder anders mit Trauer um, aber das ist mir doch irgendwie sauer aufgestoßen. Als dann ein weiterer Kollege sterben muss, steht für mich fest, das der Täter aus dem Kollegium stammt, aber wer?
Danke dafür, das ich immer auf falsche Fährten geführt worden bin und letztendlich bis zum Schluss völlig ahnungslos geblieben bin. Klar war schon, das der Graf etwas mit dem Mord an Elsa zutun hatte, aber was? Die Auflösung ist eklig und ich als Mutter empfand es als etwas ganz, ganz fürchterliches. Ich mag nicht spoilern, daher mache ich hier jetzt einen Punkt.
Natürlich eine Leseempfehlung!



Fazit:
"Mords Crescendo" verfügt über einen lockeren Schreibstil und eine ganz eigene Art seine Leser zu begeistern und immer wieder auf falsche Fährten zu locken. Ein guter und solider Krimi mit minimalsten Schwächen, in der sich die Autorin mit Nebensächlichkeiten beschäftigt, was am Ende aber dadurch ausgebügelt wird, das ein großer Showdown auf den Leser wartet, der alle vorherigen Gedanken  ausbügeln kann.

Montag, 27. Mai 2013

Charmante, amüsante Ermittlerin



Schulsachen

Elfriedes erster Fall. Ein Taunus-Krimi

Auf dem Gelände des renommierten Prinz-von-Nassau-Gymnasiums entdeckt ein Hund die Leiche eines Schülers. Der Vater des Opfers ist unzufrieden mit dem Vorgehen der Polizei und will mithilfe einer Privatdetektivin, die sich in Hofheim auskennt, den Mörder seines Sohnes finden.
Doch Elfriede Schmittke entspricht so gar nicht seinem Bild von einer erfolgreichen Ermittlerin: vollschlank, chaotisch, verarmt, allein erziehend und ihre Berufserfahrung bei der Polizei liegt auch schon fünfzehn Jahre zurück … Nur mit Mühe kann Elfriede ihn überreden, sie für zwei Tage zu engagieren. Diese Chance lässt sie sich nicht entgehen: Resolut und hartnäckig stöbert sie hinter den Kulissen des Schulalltags. Sie stößt auf Gewalt, Mobbing, Erpressung und Hass. Der Polizei ist sie schnell ein Stück voraus. Wenn da nur nicht Tante Ingeborg wäre, die sich ungefragt bei Elfriede einquartiert hat und ihr Privatleben gehörig durcheinanderbringt.



Sutton Krimi / Hessen

224 Seiten, Broschur, ISBN: 978-3-95400-140-8, 12 Euro
auch als eBook erhältlich




Meine Meinung:
Endlich mal eine Ermittlerin, die sich ein klein wenig dadurch aus der Masse hervorhebt, da sie eben nicht gestriegelt und gebügelt ist, durchtrainiert und gertenschlank, sondern eine Ermittlerin die mit ihren Ecken und Kanten, einigen Fettpölsterchen hier und da und ein wirklich chaotisches Leben führt, was sie nach der Trennung von ihrem Mann erst einmal ordnen muss. Herrlich finde ich das, denn gerade dadurch ist mir Elfriede wirklich sympathisch. Ihr Name allerdings ließ auf eine eher ältliche Dame schließen, denn die Frauen in meinem Alter heißen doch eher Nicole, Sandra, Tanja und vielleicht sogar Melanie, aber Elfriede? Zumindest wäre mir persönlich keine bekannt. Am Namen hat es aber auch nicht gelegen, das ich Elfriede um einiges älter geschätzt habe, sondern an der Tatsache, das sie unheimlich gemütlich ist und es etwas Ansporn braucht um aus dem Quark zu kommen. Sogar Tante Ingeborg ist um einiges agiler als Elfriede, denn sie steckt wirklich voller Tatendrang und hat das ganze Buch über zu echten Krachern und Lachern geführt. Ich glaube, so eine Tante Ingeborg, die uns das eine oder andere abnimmt, hätte ich auch gerne, da darf sie dann auch ruhig in Miss Marples Fußstapfen treten und beschatten wen sie mag, denn gerade dadurch, das sie es nicht unauffällig tut ist sie meine Sympathisantin schlechthin.
Elfriede hängt erst einmal voll durch und lässt alles schleifen, Haushalt und Küche, was natürlich auch daran liegt, das das Geld fehlt. Als dann ein Mord geschieht muss sich Elfriede behaupten und tritt ein in eine andere Generation die von Hass, Angst, Mobbing und Erpressung beherrscht wird. Wer ist der Mörder von Alexander und warum musste Alexander sein Leben lassen? Elfriede legt Stück für Stück dar, was letztendlich geschehen ist und lässt mich staunend zurückblicken auf einen Krimi, der mich wirklich begeistern konnte. Vielleicht auch gerade deshalb, weil Elfriede von der frustrierten Hausfrau mutiert ist zu Superwoman ☺ Na ja, so ganz krass war es nicht und zwischenzeitlich sind ihr einige Dinge auch quasi in den Schoss gefallen, aber den Fall zu lösen bringt Hoffnung auf einen weiteren Krimi mit Elfriede, Olli und Tante Ingeborg. Olli, der ganz normale Teenager, wie ich sie auch hier daheim habe, die oft dafür sorgen, das man die Geduld verliert und man hofft, das der Kaktus den man umarmen möchte endlich seine Stacheln verliert.
Von mir eine echte Leseempfehlung für "Elfriedes ersten Fall!"

Sonntag, 26. Mai 2013

Die Gräfin der Wölfe


Die lebenslustige und intelligente Prinzessin Amalia von Falkenstein, geboren 1682, lebt in einer Zeit, die geprägt ist von Hexenglauben und aufkommender Vampirhysterie. Die Tochter des Fürsten von Torgelow ist mit einem unglückseligen Makel geschlagen, doch obwohl sie deshalb unter ihrem Stand heiraten muss, ist sie glücklich über ihre Vermählung mit dem Grafen von Falkenstein. Voller Vorfreude auf ihr neues Leben zieht sie mit ihm auf seine Burg. Der Einzug durch das Kleine Dorf wirft dunkle Schatten auf ihre junge Liebe. Ein missgestaltetes Kind wird geboren, kaum dass der Graf und Amalia die kleine Gemeinde passiert haben. Die abergläubigen Dörfler geben der neuen Gräfin die Schuld. Amalias Stand wird immer schwerer, und als sie beginnt, die Milch von Wölfen zu trinken, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern, ist es um die Loyalität der Dorfbewohner vollends geschehen. Aberglaube, Gehässigkeit, Furcht und mangelndes Mitgefühl reißen Amalia in tiefe Verzweiflung. Schließlich diagnostiziert der langjährige Hofarzt ihres Gemahls auch noch die teuflische Krankheit:Vampirismus! 



Der Roman lehnt sich an die wahre Geschichte der 
Fürstin Eleonore Elisabeth Amalia Magdalena von Schwarzenberg an.


  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 246 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: bookshouse 
  • weitere Formate für eBooks auf der Verlagsseite verfügbar
  • eBook 5,99 Euro
  • TB     15,99 Euro




Infos zur Autorin: Hier!





Meine Meinung:
Es ist schon eine ganze Weile her, das ich mich einem historischen Roman gewidmet habe, denn auf "Die Gräfin der Wölfe" bin ich schon durch verschiedene Seiten aufmerksam geworden und daher war es ein echtes "Must Read" für mich. "Die Gräfin der Wölfe", was für ein Titel. habe ich nun Vampire und Werwölfe erwartet? Worauf habe ich mich tatsächlich eingelassen? Der Roman spielt im 18. Jahrhundert und  ich bin ehrlich gesagt froh, das ich nicht in dieser Zeit gelebt habe, denn Frauen mussten ihren Mund halten, waren im Prinzip nur dafür da hart zu arbeiten, ihren Männern zu Diensten zu sein und Kinder zu gebären. Eine schlaue Frau wie Amalia hat es dadurch natürlich sehr schwer, denn sie hat es gelernt zu zeichnen, einem Architekten gleich. Ich habe oft Wut verspürt auf den selbstgerechten Hofarzt Erasmus, der sich immer wieder aufspielt und die Gräfin klein hält.  Die Gerüchte der Dorfbewohner tun ihr übriges und es steht schnell fest, das Amalia vom Vampirismus befallen ist.
Ein Buch voller Liebe, Missgunst, Eifersucht, Krankheit und besonderen Gaben, welches mich wirklich packen und faszinieren konnte, auch wenn ich oft schlucken musste über die unsinnigen Gedanken der damaligen Zeit.
Die Autorin hat einige Personen erschaffen, die uns durch das Buch hindurch begleiten. Manche sind liebenswert und man wünscht sie sich als Freunde, so wie die Hebamme des Dorfes oder Amalias alten Freund Jakobus. Die Kammerzofe hingegen konnte ich lange nicht einschätzen, aber ganz am Ende werden ihre Beweggründe klar und ich bekomme ein klein wenig Verständnis für ihr Denken und Handeln. Menschen wie Erasmus hingegen möchte ich bitte, bitte in meinem Leben nicht begegnen wollen, denn solch Falschdenker, die nur sich sehen und gerne in allem Lob und Anerkennung suchen sind mir im wahren Leben schon suspekt und unangenehm.
Die Sprache derer sich die Autorin bedient ist leicht zu lesen und verständlich, obwohl das Buch in einer anderen Zeit spielt, fällt es natürlich nur durch die Handlungen und Taten der Personen auf. Die beschriebenen Orte wie Wien z.B sind bildlich wunderbar und es entsteht in allem ein Bild vor den Augen.
Die Wölfe haben natürlich auch ihren kleinen Platz im Buch, aber sie entwickeln sich nicht zu Werwölfen oder so, sondern sind einfach diejenigen die das Dorf in Angst und Schrecken versetzen. Ich gestehe, das ich vielleicht auch das eine oder andere Mal vielleicht zusammengezuckt wäre, wenn ein Wolfsrudel sich zu nah ans Dorf gewagt hätte. Die Gabe die Amalia hat, fand ich schön gezeichnet und  es war nichts anderes als das hier eine besonders große Liebe zu ungewöhnlichen Tieren hervorgehoben wird. Das was letztendlich den Aberglauben des Dorfes schürt sind ganz normale Umstände, Zufälle, Schicksalsschläge, Dinge die einfach passieren, den Dorfbewohnern aber so viel Angst einjagen, das sie Gräfin Amalia meiden und damit natürlich sehr verletzen. Erasmus tut ein übrigens und das alles zusammen ist kaum zu ertragen für einen Menschen und mich wunderte es natürlich nicht, das Amalia depressiv wird.


Fazit: Wunderbare Personenzeichnungen, die man entweder als Feind oder Freund betrachtet. Einer außergewöhnlichen Gabe, die der Zeit in der der Roman spielt nicht angemessen ist, machen dieses Buch zu einer wirklich interessanten Lektüre. Nicht blumig, sondern völlig authentisch das Leben der Fürstin betrachtet ergeben ein solides Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Freitag, 24. Mai 2013

Lebensweisheiten


Wer soll denn das anziehen, bitteschön



«Die Krägen, die Knöpfe, die Muster reihten sich zu Sätzen über das, was in der Luft lag, was um uns war. Sätze einer Sprache, die ich mit dem ganzen Körper verstand.»

Es gibt Augenblicke, in denen das, was war, und das, was sein könnte, sich wie in einer Doppelbelichtung überlagern. Das bisher gelebte Leben, seine Erfahrungen, fügen sich zu einem Bild, in dem das Künftige schon mitschwingt wie ein Versprechen. Von solchen Momenten des Umbruchs handeln diese Geschichten.

Sie erzählen von Menschen von heute. Ihren Arbeits- und Liebesverhältnissen begegnen sie mit Witz und melancholischem Humor, oder sie tauchen ab, suchen Zuflucht am «fernsten Ort». Das kann das Kloster sein, in dem Ordensschwester Karolina lebt, oder Amsterdam, wo sich ihre Nichte, eine junge Modestudentin, vor der ganz normal verrückten Unternehmerfamilie versteckt.


Rowohlt
224 Seiten
ISBN 978-3-498-06423-5

Hardcover    18,95 Euro
eBook            16,99 Euro




Leseprobe!



Meine Meinung:
Manchmal sollte man sich mit dem was zu lesen gedenkt schon vorher auseinandersetzen, denn ich gestehe, das ich doch ziemlich überrascht war 8 Geschichten in dem Buch "Was soll denn das anziehen, bitteschön" vorzufinden. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen und dennoch hinterlassen sie jede Menge Raum für Spekulationen. Mir hat es sehr gefallen, denn ich fühlte mich in jeder Geschichte rundum wohl und da jede ganz anders ist als die vorherige ist es komplett überraschend was mich erwarten wird. Ein ganz anderes Buch, welches emotional wirklich bewegen kann, denn es geht hier um das echte Leben, das Leben wie es sein kann. Mal düster, mal traurig, mal lebensfroh und lebensbejahend, daher wirklich authentisch als wäre es meine eigene Geschichte.
Warum wollte ich das Buch lesen? Manchmal ist es ein Titel eines Buches, welches einen Menschen fragen werden lässt und ich denke wir Frauen kennen diese Frage "Was soll ich bloß anziehen?", während wir vor unserem voll gefüllten Kleiderschrank stehen. Die Frage " Wer soll denn das anziehen, bitteschön" warf mich deshalb doch ein klein wenig aus der Bahn, zumindest machte es mich extrem neugierig und deshalb bewarb ich mich für die Leserunde auf Lovelybooks.de.
Schon als ich das Buch in den Händen hielt fiel mir das Cover auf, denn es ist nicht einschneidend, von den Farben her eher gedämpft und eher einfühlsam, dennoch voller Ausdruck und ebenso kann ich die Geschichten beschreiben. Liebevoll und einfühlsam, ohne den Leser zu erdrücken. Ein Buch, welches seine Schönheit erst auf den zweiten Blick offenbart und seinen Leser dann doch zu packen vermag.
Von mir eine Leseempfehlung für ein authentisches Buch, welches ich sicherlich auch ein zweites Mal lesen werde, da ich es wirklich genossen habe in das Buch abzutauchen und immer wieder neue Möglichkeiten geboten bekam.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Fanatisch packend




Wiley Cash

Fürchtet euch

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,99 

Verlag: Fischer


In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche »geheilt« werden. 
Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall. 
Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe.





Meine Meinung:
Für die Lesechallenge auf Lovelybooks.de durfte ich in diesem Monat "Fürchtet euch" von Wiley Cash lesen und ich gestehe, ich habe mich gleichermaßen gefürchtet und auf der anderen Seite war ich wirklich wütend, das es Bauchschmerzen gleich kam.
Die Zusammensetzung um einen außergewöhnlichen Krimi zu schaffen ist folgende:
Man nehme einen charismatischen und sehr überzeugenden Prediger, dem alle nach dem Mund reden und plötzlich wandeln alle im Wahnsinn. Es würde wahrscheinlich dauerhaft so weitergehen, wenn Stump nicht zu Tode gekommen wäre bei dem Versuch geheilt zu werden. Sobald ein Kind zu schaden kommt werde ich wirklich sauer. Vor allem, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt. Kann man wirklich da weiter machen wo man vorher stand? Sind die Menschen so verblendet?
In Rückblenden wird uns das Dorf Marshall in  North Carolina präsentiert und es erscheint zuweilen, als wäre dort die Zeit stehen geblieben und die Menschen würden sich nicht weiterentwickeln. Ich war geschockt über die Praktiken der Kirche Gottes Allmacht herauszufordern. Gott lässt nicht mit sich spielen und es war einfach an der Zeit das Einhalt geboten wurde. Carson Chambliss kommt so selbstgerecht daher, das es einem fast übel wird. Wie kann ein Mensch alleine seine Herde ins Verderben führen? Wie kann ein Vers aus dem Markusevangelium Menschen derart verwirren? Ein Vers aus dem Zusammenhang gerissen und dieser präsentiert nun eine christliche Gemeinde? Es wäre besser sich abzuwenden und sich so dem Zorn des Predigers zu stellen als vielleicht selbst zu sterben.
Hier treffen viele Schicksale aufeinander und dem Autor ist es gelungen den Spannungsbogen komplett zu halten. Ich vermute das jeder Leser einen echten Groll hegt auf Carson Chambliss und seine Überzeugungen und sich nichts sehnlicher herbeiwünscht, als das das Grauen ein Ende findet.
Ein großer Showdown am Ende hat mich dennoch nicht gänzlich befriedigt, denn ein echtes Happy End habe ich mir zwar herbeigesehnt, es aber letztendlich nicht so bekommen wie ich es mir erhofft hatte. Schade! Dennoch möchte ich dem Krimi eine Leseempfehlung aussprechen, denn ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und gefühlsmäßig war es mehr als ich ertragen konnte und wollte.







"Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: 

In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,

Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, 

wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, 

so wird's besser mit ihnen werden." Markus 16, 17+ 18












Mittwoch, 22. Mai 2013

Constanze und der Magier - Romantic Thrill



  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 775 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: bookshouse  
  • weitere Formate für eBooks auf der Verlagsseite verfügbar
  • eBook 5,99 Euro
  • TB     15,99 Euro






Wenn du herausfindest, dass die Liebe deines Lebens ein Killer ist, würdest du ihm vertrauen?

Für Constanze von Richtstetten ist es nicht gerade leicht, mit einem brutalen Waffenhändler verheiratet zu sein. Vor allem dann nicht, als die junge Frau ihren Mann nach einer erneuten Misshandlung anzeigt und in die Anonymität des Zeugenschutzprogramms abtaucht. Drei Jahre später begegnet ihr der attraktive und überaus charmante Daniel Lander. Obwohl Constanze alles daransetzt, ihn nicht zu nahe an sich heranzulassen, verliebt sie sich in ihn. Endlich glaubt sie, ihre furchtbare Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Da findet sie heraus, dass ihr Exmann einen Killer auf sie angesetzt hat. Und der ist ihr bereits näher, als sie ahnt ...


Mehr zur Autorin: HIER!






Meine Meinung:
Der Autorin ist es gelungen mich von der ersten Seite an zu überzeugen, denn "Wie weit du auch gehst..." hat einen ganz besonderen Zauber, den ich auch vermehrt bei Büchern von Nora Roberts spüren konnte, deren Bücher ich auch immer wieder gerne lese. Romantic Thrill ist mir also nicht unbekannt und ich gestehe ich habe es genossen, abzutauchen in die Welt des Magiers. Es bedurfte einfach etwas schönes, nachdem wir gleich schon auf den ersten seiten lesen, wie Constance von ihrem Mann Michael misshandelt und missbraucht wird. Die Situation droht zu eskalieren als sich Michael an seinem Sohn vergreifen will. Constanze zieht das einzige Register was nötig ist und verlässt in dieser Nacht ihren Mann und zeigt ihn an. Leider hilft ihr das Zeugenschutzprogramm nur eine gewisse Zeit, denn ihr Mann beauftragt einen Auftragskiller, der Constanze aus dem Weg räumen soll. Den Magier! Niemand weiß wer er ist und wie er aussieht, aber er ist zuverlässig und erfüllt seine Aufträge gnadenlos, bis ihm die Liebe begegnet.

Mir hat es wirklich gefallen abzutauchen in eine skrupellose Welt in der alles Schöne irgendwie verblasst und man nur die geschädigte Ehefrau im Blick hat. Man lernt sie zu lieben und zu schätzen und es ist kein Wunder, das sie Männern misstraut bei allem was ihr geschehen ist. Ich hatte echt eine Menge Wut im Bauch, denn Männer die ihre Frauen schlagen sind in meinen Augen Monster und ich kann es nicht verstehen, das Constanze es 5 Jahre an der Seite ihres Mannes ausgehalten hat.

Gut ist, das sehr viele Liebe und Emotionen in diesem Buch ihren Platz gefunden haben, denn nur Gewalt, Mord und Tod hätte ich nicht ertragen können. So bahnt sich ganz langsam eine Liebesgeschichte an, die auf fast 500 Seiten ihren Platz findet und mich mitreißen konnte.

Ich vergebe gerne eine Leseempfehlung an "Wie weit du auch gehst ...." da ich einen hohen Spannungsbogen geboten bekommen habe und eine wirklich außergewöhnliche Liebesgeschichte, die mein Frauenherz hat höher schlagen lassen.

Vielen Dank an bookshouse für dieses wirklich geniale eBook, welches ich quasi in einem Rutsch lesen musste, denn ich wünschte mir für Constanze ein Happy End und das ihr Leben endlich schön wird ohne Angst und Gewalt. Ob ich es bekommen habe, müsst ihr schon selbst nachlesen ☺

Rose der Prärie




Cathy Marie Hake

Rose der Prärie

Maggie Rose ist Händlerin und stellt Seifen, Lotionen und Parfüms her. Grundlage für ihre Produkte ist ein geheimes Rosenrezept, das in ihrer Familie seit Generationen von der Mutter an die Tochter weitergegeben wird. Eigentlich will sie nicht heiraten – doch dann tritt der attraktive Texaner Todd Valmer in ihr Leben und erobert ihr Herz im Sturm. Schneller als Maggie schauen kann, ist sie verheiratet. Aber was als die große Liebe begann, verliert bald jeden Glanz. Todd und sie haben ganz unterschiedliche Pläne und Träume für ihr Leben. Werden die Dickschädel erkennen, wofür es sich zu kämpfen lohnt? Kann es ihnen gelingen, sich eine gemeinsame Zukunft aufzubauen?  


320 Seiten, Paperback,ISBN: 978-3-86827-369-4
€ 12.95 
Verlag: Francke


Cathy Marie Hake ist erfahrene Krankenschwester und hat sich - auch auf der Krebsstation - eine gesunde Portion Humor bewahrt. Der schimmert immer wieder in den zahlreichen Büchern durch, die sie geschrieben hat. Sie lebt mit ihrem Mann und 2 Kindern in Anaheim/Kalifornien.



LESEPROBE!


Meine Meinung:
Der Klappentext des Buches "Rose der Prärie" verrät schon einiges und dennoch ist das Buch letztendlich doch ganz anders als erwartet. Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich konnte mich mit dem Schreibstil gleich anfreunden und das Buch komplett ab der ersten Seite an genießen. Maggie Rose unsere Heldin im Buch könnte man sich direkt als Vorbild nehmen, denn sie ist wirklich eine starke Persönlichkeit. Rundum ehrlich, kräftig genug um ihrem Mann unter die Arme zu greifen, hart zu arbeiten, fähig Tauschgeschäfte zu führen, um die Farm auf der sie seit ihrer Hochzeit mit Todd lebt, dabei auch noch die biestige Schwiegermutter zu pflegen und dabei auch noch immer reizend auszusehen und nie auszuflippen. Eine wirklich tolle Frau, von der ich mir so manches Mal, wenn mich der Unmut über die Gedanken und das Handeln von Ma befiel, gerne eine Scheibe abgeschnitten hätte, denn ich hätte Ma aus dem Haus verbannt oder wäre ihr irgendwann einfach über den Mund gefahren. Ma? Ma ist Todds Mutter, die einen Schlaganfall erlitten hat und das ist auch der Grund, das Todd und Maggie sich kennengelernt haben. Todd ist eines schönen Tages bei Maggie und ihrer Familie hereingeschneit im wahrsten Sinne des Wortes und hat gleich erkannt, was Maggie für eine großartige Frau ist und der Gedanke sie zu ehelichen kam sehr zügig. Logisch, er schlug ja gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Hatte er zeitgleich eine Gefährtin, eine Pflegerin für Ma und eine ausgezeichnete Köchin. Das dieser erste Eindruck nicht gleich zu einer guten Ehe führt, zeigt dieses Buch in liebevollen Details und es ist sehr angenehm Todd und Maggie dabei zu begleiten wie sie sich langsam aneinander gewöhnen und sich annähern. Wäre nicht Ma, die Maggie immer wieder Steine in den Weg legt und sie wirklich sehr verletzt durch ihre Worte, wären sich Todd und Maggie sicherlich schon schneller nahe gekommen. Ma ist wirklich der Oberknaller und erinnert mich ein klein wenig an Harriet Oleson  aus "Unsere kleine Farm". Sie meint es vielleicht gut, aber ist so selbstgerecht in ihren Gedanken und handeln, das schon das Lesen weh tut. Wie schlimm muss es sein jeden Tag solch einen Menschen zu ertragen?

"Rose der Prärie" - so der Titel des Buches und wer hier erwartet die Kunst der Seifenherstellung / Parfumherstellung zu lernen, der wird im Buch vergeblich danach suchen. Die Rose der Prärie wird sicherlich Maggie sein, denn ihre äußerliche und innerliche Schönheit umgibt all die Menschen denen sie begegnet. Eine Rose hat zwar oft Stacheln, aber die wird man an Maggie Rose vergeblich suchen, denn sie ist eine Frau, die zwar genau weiß, was sie will, aber sie behält dabei immer die Contenance. Ich glaube so eine Frau an seiner Seite würde meinem Mann auch sehr gut gefallen, denn anders als Maggie stoße ich ihm wohl öfters mal vor den Kopf. Wäre Maggie keine gottesfürchtige Frau hätte sie in manchen Momenten sicherlich ganz anders reagiert und so kann man ihr ihren Glauben abnehmen und ernst nehmen.


Insgesamt ist es ein wirklich schönes Buch in dem man sich wirklich verlieren kann und da auch der Humor nicht zu kurz kommt und die Lebendigkeit der Personen, Orte und Handlungen wirklich gelungen sind. kann ich "Rose der Prärie" nur eine Leseempfehlung und 5 volle Sterne verpassen!



Weitere Bücher der Autorin
Ärztin in Rot
Ein Wirbelwind namens Millie
Ein Schuss Liebe kann nicht schaden
Kein Job für eine Lady





Solange Rosen Dornen haben, verdecken sie dadurch, Gottes wunderbaren Plan mit dir und du verpasst was wirklich zählt!
— MelE
MelE


Montag, 20. Mai 2013

Piratensender




James Mylet

Love is on Air

Roman
Hardcover
Preis € (D)

ISBN: 978-3-8414-2113-5


Verlag: Fischer FJB





Lex will nach London gehen, um seinen Traum zu verwirklichen und ein professioneller Radio-DJ zu werden. Zu Hause in Clifden, einem kleinen irischem Küstenort, betreibt er einen Piratensender und für seine letzte Saison hat er große Pläne. Ein Rockfestival soll das Abschiedsgeschenk an seinen Heimatort werden. Außerdem möchte er endlich mal Sex haben und eine Menge Geld machen. Leider läuft am Ende alles anders als geplant…



Meine Meinung:
"Love is on Air" ist ein Jugendbuch, welches mich leider nicht komplett überzeugen konnte, denn die Handlung ist leicht überspitzt dargestellt und die Personen, die uns begegnen eher farblos und blass gezeichnet. Es lässt sich gut lesen ohne dabei in die Tiefe zu gehen. Mich ließ es leider unberührt, obwohl manche Abschnitte doch recht witzig waren, aber nicht so, das es mir hängenbleiben würde und ich dem Buch etwas aussprechen würde, was es von anderen Büchern unterscheiden würde. Die Idee mit dem Piratensender im Kinderzimmer fand ich schon interessant und es ist auch gut ausgebaut. Was mich eher abgestoßen hat, ist die Tatsache, das Lex und seine Freunde ziemlich viel Alkohol trinken und das frage ich mich, muss das wirklich sein? Ständig im Pub rumhängen und sich fragen, wie man sich ein Mädel klar machen kann, damit man nicht als Jungfrau ins College / Uni gehen muss? Sehr oberflächlich und etwas womit ich echt nicht klar komme. Klar ist Sexualität wichtig im Leben eines Teenagers, aber wenn es sich nur darum dreht, hat das Buch für mich seinen Wert verloren. Ich hätte einfach ein klein wenig mehr Wortwitz erwartet und gestehe, das ich mich zwar auf das Buch einlassen konnte, mir aber einiges gefehlt hat, damit ich es begeistert hätte zuklappen können. Leider konnte mich "Love is on Air" nicht überzeugen und daher gibt es wohl auch auch nur eine bedingte Leseempfehlung von mir. Bono von U2 ist auch nicht mein bester Freund und deshalb fand ich die Spitzen in seine Richtung auch wirklich amüsant, aber alles andere drumherum hätte ausgebaut werden können. So habe ich einen Jungen begleiten können, der versucht erwachsen zu werden und irgendwo stecken geblieben ist. Natürlich hat er ganz normale Probleme mit denen er zu kämpfen hat und wenn man die Story weiterspinnen könnte, würde ich einfach mal behaupten, das es für seine Entwicklung positiv ist von daheim wegzugehen und in London zu studieren. Vielleicht wird ja auch sein größter Wunsch beim BBC zu arbeiten in Erfüllung gehen? Wer weiß das schon? Kleine Abschnitte sind den Gedanken der anderen über Lex gewidmet und das war etwas, was ich wirklich positiv fand, denn so konnte man sich einen besseren Überblick verschaffen, dennoch ist es nichts, was das Buch jetzt besser gemacht hätte. Schade!

Sonntag, 19. Mai 2013

Echter Thrill!





  • Dateigröße: 524 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 233 Seiten
  • Verlag: bookshouse 
  • eBook & App 4,99 Euro
  • TB 12,99 Euro

Nach dem Mord an einem kleinen Mädchen erleidet die junge, unerfahrene Kommissarin Katrin Schwarz einen Zusammenbruch. Nur langsam erholt sie sich von den Eindrücken, die der Fall auf ihrer Seele hinterlassen hat. In dieser Zeit lernt Katrin den Deutschamerikaner Daren Grass kennen und verliebt sich in den gut aussehenden Journalisten.

Doch schon bald erschüttert ein weiteres Verbrechen das beschauliche Städtchen Hüfingen am Rand des Schwarzwaldes: Die fünfjährige Julia Göggel wurde entführt und kurz darauf ermordet aufgefunden.
Noch bevor das Ermittlerteam dem bestialischen Serienmörder auf die Spur kommt, wird ein weiteres fünfjähriges Mädchen entführt, dessen Versteck der Täter nicht preisgibt. Es beginnt ein Wettlauf um das Leben des Kindes, an dessen Ende Katrin alles zu verlieren droht.





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Meine Meinung:
Angezogen wie ein Magnet durch das Cover war "Fünf" ein Buch, welches ich unbedingt lesen wollte. Das Mädchen erinnerte mich an eine Szene die sich bei uns fast täglich abspielt "Stop, ich will das nicht!" ertönt andauernd, wenn meiner Tochter (5) etwas nicht in den Kram passt und sie sich ungerecht behandelt fühlt von uns als Eltern oder ihren älteren Geschwistern. Es ist ein Zeichen, welches sie im Kindergarten lernen um sich zu wehren. Das Mädchen welches das Cover ziert ist allerdings voller Blut und ihr Gesichtsausdruck ist fast schon leer zu nennen. Musste sie unerträgliches über sich ergehen lassen?

»Sie hat geweint«, wisperte sie. »Als sie gestorben ist, hat sie geweint.« 
Zitat S. 14

Ich konnte während des Lesens einige Parallelen zu meiner Tochter ziehen, die mir echt das Fürchten lernten. Minimaus ist Fünf und Blond, so wie die verschwundenen, getöteten Mädchen im Buch. Für eine Mutter unerträglich solch einen Thriller zu lesen, der auch ihr eigenes Kind betreffen könnte.

Der Thriller ist sehr spannend geschrieben und mir gefror zeitweise wirklich das Blut in den Adern. Er bot mir all das, was ich von einem guten Thriller erwarte und ich und mein Kindle waren eine ganze Weile lang eins, denn es gelang mir nicht das Buch zur Seite zu legen, bevor ich nicht wusste, was den Mörder der Kinder und es sind leider einige, dazu bewogen hat sie zu quälen, zu töten und seine Macht auszuspielen. Die Auflösung reimt sich der Leser selbst zusammen, denn es wird irgendwann offensichtlich und dennoch haut es einem fast den Boden unter den Füßen weg. Unsägliches Grauen steckt hinter dem Verhalten des Mörders und es ist mir unerklärlich, wie eine Mutter ihr Kind verlassen kann. Wo ist die Liebe? Wo das Gefühl?

Wir tauchen zwischenzeitlich immer wieder in die Vergangenheit des Mörders ein und nicht das ich Verständnis für seine Taten bekomme, aber ich kann nachempfinden, wie sehr er gelitten hat und wünschte mir, sein Leben wäre anders verlaufen. Vielleicht hätte er sich anders entwickelt und wäre nicht zu einem Monster herangewachsen?

Es geht natürlich nicht nur um die Ermittlungen, sondern zeigt auch das Leben der Kommissarin Katrin Schwarz auf, die einen Zusammenbruch erleidet und sich ganz langsam wieder fangen kann. Ich habe vollstes Verständnis, denn das was sie ertragen muss, was sie gesehen hat, hätte ich auch nicht so schnell abgelegt. Sie bekommt Hilfe von allen Seiten und das empfand ich sehr angenehm, das ihr sympathische Menschen an die Seite geschrieben wurden, die sie unterstützen und aufbauen. Was sie nicht ahnen kann ist, das sie im aktuellen Fall "Melissa" mehr drin hängt als ihr lieb ist und die Schlinge um ihren Hals sich immer fester zuzieht.

Für mich war es nicht bloß ein Thriller, der über einen wirklich hohen Spannungsbogen verfügt, sondern auch ein echtes Familiendrama, was in der Vergangenheit zu finden ist und auch ganz aktuell in Erscheinung tritt, wenn man das Leben des Josef Horns genauer unter die Lupe nimmt, denn auch er kämpft seinen eigenen Kampf und das behindert zwischenzeitlich natürlich die Ermittlungen.

Von mir eine Leseempfehlung für einen wirklich genial geschriebenen Thriller, der ab der ersten Seite fasziniert und den Leser zu fesseln vermag!

Meinen Dank an bookshouse.de, die mir dieses eBook zur Verfügung gestellt haben.











Freitag, 17. Mai 2013

Sehnsucht nach Rinland Teil 1

   

Klassen, Lena

Die weiße Möwe



Fesselnd bis zur letzten Seite - der Auftakt der Trilogie Sehnsucht nach Rinland, in der es um die Sehnsucht nach Heilung und Geborgenheit in Gott geht, zwischen Pflicht und Ehrgeiz, Schuld und Hoffnung. Dazu bedient sich die Trilogie zahlreicher biblischer Motive.



„Ich bin nicht wie deine Männer“, sagte Blitz leise. „Du hast sie aus dem Gefängnis geholt und von der Straße ... Aber mich hast du aus der Luft gegriffen wie eine Möwe auf ihrem Flug. Ich werde nie im Staub zu deinen Füßen sitzen und auf deine Anweisungen warten wie auf Futter. In meinem Herzen sind das Meer und die Wellen, die gegen die Küste schlagen, und die Schiffe, die zum Horizont segeln. In mir ist der Traum von den Glücklichen Inseln.“ Er wusste nicht, ob Zukata ihn noch hörte. „In mir ist die Sehnsucht nach Rinland. Was du auch tust, um mich an dich zu binden, ich bin frei.“
Das 16-jährige Albinomädchen Mino und der dunkelhaarige Blitz haben immer davon geträumt, gemeinsam durchs Kaiserreich zu reisen. Doch dann hindert Mino ihren besten Freund daran, seinem größten Traum zu folgen und das sagenhafte Rinland zu suchen. Wütend macht Blitz sich auf die Suche nach einem anderen Abenteuer und fällt prompt unter die Räuber. Die Begegnung mit Zukata, dem abtrünnigen Riesenprinzen, verändert sein Leben für immer. Und auch für Mino bleibt nichts mehr, wie es war, als sie in ein heftiges Unwetter gerät und von der Klippe stürzt. Ohne etwas voneinander zu ahnen, kämpfen sie bald für dieselbe Sache – dem großen Kaiser sein Glück zurückzubringen ...





510 Seiten 
Paperback
13,5 x 21 cm
ISBN 978-3-937896-58-8
17, 90 Euro






Wissenswertes zur Autorin HIER!



Meine Meinung:
Vielleicht geht man mit gemischten Gefühlen daran einen christlichen Fantasyroman zu lesen oder vielleicht geht es dir ja auch so wie mir, das du es kaum erwarte kannst das Buch endlich in den Händen zu halten? Als klar war, das ich die Leserunde zu "Die weiße Möwe" leiten darf, zog ich in Erwägung mir das Buch selbst anzuschaffen oder ganz freundlich beim Verlag nachzufragen, ob sie mir ein Exemplar zur Verfügung stellten und siehe da, sie taten es und einen Tag später wehte sich das Buch in meinen Briefkasten. WOW! Mein erster Gedanke: "Was ein Wälzer!" Lasst euch von der dicke des Buches nicht täuschen, denn jede Seite ist ein echter Schatz. Lena Klassen hat es schon im Prolog geschafft eine ganz tiefe Sehnsucht in mir hervorzurufen, denn dort präsentiert sie uns Rin, den Anfang und wer Fantasie hat könnte dort auch die Schöpfungsgeschichte vor Augen haben. Das Buch ist voll von vielen christlichen Botschaften, die aber nicht erschlagen, sondern ganz liebevoll verpackt sind.
Ich habe bisher kaum ein Buch gelesen, was mir so nah gegangen ist. Ich bin so dankbar, das ich es mein Eigen nennen kann und es nun mein Bücherregal ziert. Wer genau hinsieht kann erkennen, das auch Band 2 und 3 in mein Bücherregal eingezogen sind und nur noch darauf warten von mir gelesen zu werden. Zuerst möchte ich mich aber erst einmal ganz ♥lich beim Verlag bedanken, die mir die Bücher zur Verfügung gestellt haben. Eine Rezension zu schreiben wird mir dieses Mal ganz besonders schwer fallen, denn ich habe tatsächlich Angst davor, dem wunderbaren Buch nicht gerecht zu werden. Vielleicht vergesse ich ja auch etwas ganz, ganz wichtiges? Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich es so lange herausgezögert habe?
Ich habe das Buch noch einmal Revue passieren lassen und möchte euch an den ganz wichtigen Aspekten natürlich teilhaben lassen, bzw. versuchen zu vermitteln, was das Buch in mir ausgelöst hat. Ehrlich gesagt merke ich immer wieder wie viel Sehnsucht in mir steckt und das ist etwas, was Gott in mir auslöst, dadurch, das er mir auch in einem Fantasyroman begegnen will. Er offenbart sich hier allerdings ganz anders, aber dennoch in voller Pracht. Man muss nur zwischen den Zeilen lesen können und wer schon einmal die Bibel gelesen hat, kennt vielleicht auch die Geschichte von Esau und Jakob, Zwillinge die schon von Anfang an gegeneinander kämpfen. Es wird gesagt, das sich Jakob an Esau festgehalten hat, damit er der erste ist, der geboren wird. Hier begegnen uns auch Zwillinge, die zwar Riesen sind, aber dennoch Brüder und ähnlich gestrickt sind wie Jakob und Esau. Es geht auch in "Die weiße Möwe" um ein erschlichenes Erstgeburtsrecht. Während der eine Riesenbruder Keta eher warmherzig und als Heiler durchs Land zieht, verhält sich sein Zwillingsbruder Zukata ganz anders. Er ist ein Dieb, ein Räuber und Mörder ohne mit der Wimper zu zucken. Die beiden Brüder sind aber nicht diejenigen um die es sich dreht, sondern Blitz und Möwe. Zwei Personen, die man sofort ins Herz schließt um sie auf ihren Weg zu begleiten.
Ein Buch über eine tiefe Sehnsucht, die im Prinzip der Anfang von allem ist. Eine tiefe Sehnsucht nach Rinland, dem Paradies. Einem Land welches nicht von Riesen beherrscht wird, sondern von dem der Rin den Anfang gab.
Ich konnte mich komplett fallen lassen und mein einziger Trost, als ich das Buch beendet zugeklappt habe, ist die Tatsache, das es noch weitergeht mit Möwe und Blitz. Ich bin so dankbar, das ich das Buch lesen durfte und ich gestehe ich habe jede der 500 Seiten genossen. Es ging mir mitten ins Herz und ich werde es wie einen Schatz in meinem Herzen bewahren.

Natürlich eine Leseempfehlung!



...Wenn eure Hoffnung größer ist als die Angst und größer als der Zweifel...dann wird die Sehnsucht euch über die Brücke führen können...“

Wenn du aus dem Blick verlierst, was wirklich zählt!



  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: DOYÉ  
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981584325
  • ISBN-13: 978-3981584325
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Irgendwie gehört zu einer glücklichen Beziehung doch auch ein Kind, findet Nora. Die chaotische Architektin und ihr langjähriger Freund Tobias probieren es schon seit zwei Jahren. Doch Sex nach Terminplan ist alles andere als Leidenschaft pur. Um ihre Beziehung zu retten, kommt Nora auf eine außergewöhnliche, verrückte Idee. „Du spinnst“, findet Jacky ihre beste Freundin, doch Nora lässt sich nicht beirren und verfolgt ihren Plan. Als sie sich dann in den unverschämt-charmanten Daniel verliebt, der zwölf Jahre und hundert Falten jünger ist als sie, geht der Schlamassel richtig los. Nora wird Mutter und ihr Leben noch turbulenter als je zuvor. Und dann muss sich Nora entscheiden: Für den besten Vater für ihr Kind und den Mann, den sie liebt.



Die Autorin:
Anja Saskia Beyer, geboren 1969, studierte in München Theaterwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Werbepsychologie. Seit 1996 schreibt und arbeitet sie erfolgreich für das Fernsehen, z.B. als Dramaturgin der ‚Lindenstrasse’, als Autorin für ‚Für alle Fälle Stefanie’, ‚Anna und die Liebe’, ‚Verliebt in Berlin’, ‚Dahoam is Dahoam’ … Die Autorin lebt mit Mann, ihren zwei Kindern und Wellensittich in Berlin.





Meine Meinung:
Wenn wir das Cover einmal näher betrachten, dann fallen unterschiedliche Schuhe auf. Einmal eher solide zum Anzug, bodenständig und treu. Dann Chucks + Jeans eher der locker flockige Typ, der vielleicht noch nicht angekommen ist. Wofür soll sich Nora entscheiden?
Mir hat "Himbeersommer" wirklich gut gefallen, da es aufzeigt wie verrückt das Leben manchmal sein könnte mit all seinen Irrungen und Wendungen, dennoch hätte ich Nora zwischendurch gerne geschüttelt um sie zur Besinnung zu bringen.
Spontan schätze ich das Buch als reines Frauenbuch ein, denn mal ehrlich welcher Mann würde sich dieses Buch schnappen und uns Frauen verstehen? Da wäre zum einen der extreme Kinderwunsch, der Nora befällt und eine total bekloppte Idee nimmt ihre Formen an, nachdem klar ist, das Tobias zeugungsunfähig ist. Was das alles bewirken kann, lesen wir dann auf charmante und witzige Art, dennoch muss ich den einen oder anderen Abstrich machen, da ich Nora einfach als zu oberflächlich empfunden habe.
Wer also unbedingt schwanger werden will, wird es dann letztendlich auch und erst dann beginnen alle Probleme. Daniel lässt sich nämlich nicht so einfach abwimmeln, sondern stalkt Nora regelrecht. Für welchen Mann aber schlägt Noras Herz? Für den Mann, der sie schon eine ganze Weile begleitet und sich schon der Alltag in die Beziehung eingeschlichen hat? Oder der Mann, der Abenteuer und Leidenschaft bietet? Wer ist der bessere Vater für das Kind, welches in Nora heranwächst?
Besonders schön fand ich, das aufgezeigt wird, wie sehr ein Kind Partnerschaft und Alltag bestimmt. Durchwachte Nächte, Unsicherheit bei Stillversuchen, den Alltag meistern, obwohl einem die Kraft fehlt und ein winziges Menschlein plötzlich das Leben bestimmt. Gut, das man Nachbarinnen hat und auch eine beste Freundin, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, obwohl sie natürlich ihre eigenen Lasten tragen müssen.
Im großen und ganzen ein witziges Buch, was sich mal rasch nebenbei lesen lässt, aber man seine Gehirnzellen nicht anstrengen muss, da man sich einfach nur berieseln lassen kann. Ob das nun gut oder schlecht ist, dürft ihr nun für euch selbst entscheiden!

Leider nicht so leicht und fruchtig süß wie eine Schale voll mit Himbeeren, aber dennoch Lesenswert, allerdings nicht erstrebenswert ☺