Donnerstag, 26. Dezember 2013

"Verwirrter alter Mann"





Mehrmals im Jahr Geburtstag feiern? Ist das denn möglich? 

Aber natürlich, wenn man Findus heißt und beim alten Pettersson wohnt, ist alles möglich. Diese zauberhafte Geschichte rund um Pettersson und seinen frechen Kater möchte ich heute vorstellen. Wir sind echte Fans der beiden liebenswerten Personen (obwohl der eine wohl eher ein Kater ist, der sprechen kann) und das eine und andere Buch ist in unserem Haushalt zu finden. Immer wieder werden sie vorgelesen oder auch selbst in die Hand genommen und angeschaut. Ich finde die Geschichten total schön für Kinder und auch wenn dieses nicht unbedingt pädagogisch wertvoll ist, sondern einfach nur lustig, lohnt es sich die Bücher anzuschaffen und sie immer wieder zu Lesen und ich könnte darauf wetten, daß ihr sie auch zu schätzen lernt wie wir. 


Ich werde euch die Geschichte aus meiner Sicht ein klein wenig nacherzählen. Los geht es: 
Gleich wenn wir auf die erste Seite kommen, sehen wir die Nachbarn von Pettersson zusammenstehen und die neusten Klatsch und Tratschgeschichten über den alten Mann austauschen, denn da ihm immer wieder das eine andere Missgeschick passiert, halten die anderen ihn für verwirrt, sogar für völlig verrückt, denn wer spricht denn mit seiner Katze oder auch die Geschichte mit der Pfannkuchentorte. Also wirklich! Gustavsson ist natürlich mit dabei, denn er hat alles genau gesehen und wenn Pettersson sich so benimmt, muss er doch verrückt sein, oder? Wer bindet denn seinem Kater einen Gardine an den Schwanz und warum? Völlig unerklärlich für die nachbarn, aber nicht für uns, denn wir werden schnell herausfinden, warum Pettersson so ist, wie er und nicht anders. Außerdem hat alles Hand und Fuß und ist zu erklären, auch wenn es für Außenstehende vielleicht erst einmal etwas unsinnig aussieht. Natürlich können wir auch einen Blick auf Petterssons Hof werfen. Dort steht ein rotes Haus, der Tischlerschuppen, der Hühnerstall und ein Plumpsklo haben wir da und natürlcih den Hühnerstall. Wenn wir genau hinschauen, dann sehen wir auch das kleine Haus der Muggla, denn diese sind auch immer dabei, wenn es gilt Unsinn zu machen und da Findus immer zu Streichen aufgelegt ist, kommen die Muggla öfter isn Spiel. Schade nur, daß nur Findus sie sehen kann. 
Blättern wir also weiter. 
Pettersson bot den Leuten also viel zu reden an und Schuld war Findus Geburtstag, der immerhin dreimal im Jahr Geburtstag hat, weil es einfach viel lustiger ist. Jedes mal backt Pettersson ihm dafür eine Pfannkuchentorte, aber diesmal lief wirklich alles schief. Nachdem Pettersson also aus dem Hühnerstall die Eier geholt hat, die er braucht, um genügend Pfannkuchen zu backen, macht er diese natürlich erst einmal gründlich sauber. Findus dauert dieses alles viel zu lange und er rennt unruhig hin und her. Er hat kein Verständnis dafür, daß die Eier erst einmal gründlich geputzt werden müssen. Er ist der Meinung, wenn das alles so lange dauert, dann hat er ja schon bald wieder Geburtstag bevor die Torte fertig ist und daher lässt sich Pettersson überreden und folgt Findus ins Haus. 3 Eier nahmen sie mit und die anderen Eier ließen sie draußen auf der Bank in einem Korb stehen. 
Schlimm ist, wenn man Pfannkuchenteig anrühren will und alles parat hat wie Milch, Zucker, etwas Salz und Butter, aber kein Mehl in den Küchenschränken zu finden ist und dann ist auch noch das Fahrrad platt, welches man braucht um in das Dorf zu fahren um Mehl zu kaufen. So ein Mist! Um das Werkzeug aus dem Tischlerschuppen zu holen, brauchen sie einen Schlüssel und der ist auch plötzlich verschwunden, denn der Schuppen ist abgeschlossen und man kommt nur durch die Tür, oder? Die Tür jedenfalls bleibt verschlossen und der Schlüssel liegt auf dem Grund des Brunnens, aber wie ist er dahin gekommen? Man sieht Pettersson, Findus, eine Taube und ein Mäuschen in die Tiefe des Brunnens schauen. Wie schaffen sie es nur den Schlüssel hervorzuholen, damit sie in den Tischlerschuppen kommen können? Ob ein langer Stock helfen könnte? Pettersson kommt irgendwann, anchdem sie recht lange nach einem Stock gesucht haben, die glorreiche Idee mit seiner Angel nach dem Schlüssel zu angeln. Das Blöde daran ist aber, daß sich die Angel im Tischlerschuppen befindet. Man könnte natürlich mit einer langen Leiter auf das Dach klettern und durch die Dachluke in den Tischlerschuppen gelangen, wenn da nicht das Problem mit dem Stier wäre, der auf Anderssons Weide schläft. Wäre ja nicht schlimm, wenn er nur schlafen würde, aber der Stier liegt mit seinem Kopf direkt auf der Leiter, die die beiden benötigen um die Angel zu holen. 
Die Idee aus Findus einen Torero zu machen, kommt im ersten Moment nicht so gut an bei seinem Kater, aber je länger er darüber nachdenkt und ihm die Erkenntnis kommt, daß er ja der schnellste Kater der Welt ist umso mehr begeistert sich auch Findus für diese Idee, denn irgendwie muss der Stier ja von der Leiter geholt werden. 
Im Haus holt Pettersson also eine geblümte Gardine und sein Grammofon, denn zu einem echten Stierkampf gehört natürlich auch Musik. Der Stier sieht ehrlich gesagt nicht sehr begeistert aus, da er in seiner Ruhe gestört wurde. Es sieht schon fast so aus als würde er mit den Hufen scharren und Pettersson niedermähen, denn der sitzt in aller Ruhe hinter dem Zaun, stellt sein Grammofon an, welches "Wie blau ist das Meer ........ von sich gibt und gibt Findus noch den einen oder anderen Tipp. Oh Nein, der Stier nimmt Anlauf direkt auf Pettersson und Findus zu und so ein gewaltiger Stier ist wirklich furchteinflössend. Jetzt muss Findus laufen und zwar so schnell er kann um den Stier abzulenken und man sieht auch nur noch eine Rauchwolke bzw. eine Gardinenwolke, die über die Wiese flitzt. Die Zeit nutzt Pettersson um die Leiter zu holen. Ihr wisst ja noch, die wird gebraucht um die Angel aus dem Tischlerschuppen zu holen, mit dem sie dann den Schlüssel aus dem Brunnen holen wollen. Klingt kompliziert und ist auch so, aber wer Pettersson und Findus kennt, weiß, daß nur so Geschichten geschrieben werden können. 
Findus ist schnell wie der Blitz und rennt Pettersson dabei leider um und gleichzeitig fallen die Eier aus dem Korb auf der Bank zu Boden und die Schweinerei müsstet ihr jetzt mal sehen. Pettersson sieht ziemlich sauer aus, aber da Findus heute Geburtstag hat, beruhigt er sich auch recht schnell wieder. Nun muß er nur seine alte Hose waschen, denn erist ein ordentlicher alter Mann. In all dies Geschehen platzt Gustavsson herein, gerade in den Augenblick, wo Pettersson anfängt mit einer Schaufel das Rührei am Boden in einen alten Abfalleimer zu schaufeln. 
Pettersson klärt ihn auf, daß Findus heute Geburtstag hat und sie eine Pfannkuchentorte machen wollen und zur Bekräftigung seiner Worte packt Pettersson gleich seine alte Hose mit in den Eimatsch. Nach 30 Jahren wird es einfach mal Zeit für eine neue Hose. Gustavsson ist wie immer erst einmal sprachlos und denkt sich: "Der Alte muss verrückt geworden sein!" Als er dann auch noch Findus mit der Gardine am Schwanz über den Hof flitzen sieht, ist es ganz vorbei und er ist nur noch verwirrt und macht das er wegkommt. Vorher ist Pettersson allerdings noch mit der Leiter aufs Dach des Tischlerschuppens geklettert. Warum wohl? Gustavsson hat also eine Menge zu erzählen, wenn er beim nächsten Mal auf die Nachbarn treffen wird. 
Nachdem Pettersson also die Angel aus dem Tischlerschuppen geholt hat, mit der Angel den Schlüssel aus dem Brunnen, nun endlich das Flickzeug aus dem Tischlerschuppen geholt hat um das Fahrrad zu reparieren, macht er sich auf den Weg, wohlbemerkt ohne Hose, um Mehl zu kaufen. Nach so viel Aufregung haben sich die beiden die Pfannkuchentorte wirklich verdient und sitzen nun gemütlich im Garten und essen genüsslich und die Hühner leisten ihnen dabei Gesellschaft. Das Grammofon spielt einen Wiener Walzer, genau wie immer, wenn Findus Geburtstag hat. 
Was meint ihr, ist Pettersson nun verrückt oder nicht? 


ENDE! 


Ich will mal ganz ehrlich sein, wenn ich so einen chaotischen Tag erlebt hätte, wäre ich nicht so ruhig und gelassen wie Pettersson, sondern hätte wahrscheinlich Pfannkuchentorte Pfannkuchentorte sein lassen und hätte mich ins Bett gelegt und geheult. Gustavsson der ja nur einen Bruchteil dessen was vorgefallen ist mitbekommen hat, ist natürlich nicht zu Unrecht verwirrt. Kennt ihr das nicht auch, daß gerade dann Besuch kommt, wenn es einfach nicht passt oder der Typ der den Strom ablesen will, gerade dann klingelt, wenn ich gerade meine Wäsche auf riesigen Haufen im Keller sortiert habe und man fast einen Bagger braucht? Dennoch ist mir der Gedanke gekommen, daß man doch recht vorschnell über jemanden urteilt. In Gustavssons Augen ist Pettersson völlig verrückt geworden, aber er kannte ja die Zusammenhänge nicht, denn eigentlich wollte Pettersson ja nur Mehl kaufen, daß dabei der Schlüssel in den Tischlerschuppen gefallen ist, die Tür versperrt und überhaupt der ganze Tag quer lief, konnte man auf einen Blick ja auch nicht erfassen, da hätte ich vielleicht auch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und mich gefragt, ob Pettersson nun komplett durchdreht. Für die Nachbarn ist es ja auch völlig unverständlich, daß Pettersson mit seinem Kater redet als wäre er ein Mensch. Die Dialoge der beiden sind wirklich herrlich und gerade in diesem Buch kommen sie so richtig schön zur Geltung! Ich gebe es mal in meinen Worten wieder: 

"Findus, warum hast du denn den Korb mit den Eiern auf die Bank gestellt?" 

"Wieso? Ich hab doch noch nie die Eier auf die Bank gestellt!" 

"Oh, dann muss ich es wohl selbst getan haben!" 

Findus ist wirklich herrlich frech und seine Sprüche lassen mich wirklich grinsen. Ich denke, daß sich auch oft die Kinder in ihm wieder finden. Ich bin da eher wie Pettersson total chaotisch und verwirrt ;o) 


Was mir an den Pettersson und Findus Büchern auch sehr gefällt sind die zahlreichen Illustrationen, die wirklich meist pfiffig und recht witzig sind. Oft sind es auch Bilder im Bild, sodass du das Geschehen auch immer in mehreren Blickwinkeln betrachten kannst. Ich kenne kaum Kinderbücher, die so liebevoll und ansprechend gestaltet sind wie diese. 




Hier noch das übliche und dann ist Schluss für heute: 
Gebundene Ausgabe: 28 Seiten 

Verlag: Oetinger Verlag 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3789161705 
ISBN-13: 978-3789161704 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 4 - 6 Jahre 
Größe und/oder Gewicht: 30,9 x 21,7 x 0,9 cm 

Das Bilderbuch kostet im Handel 12,00 Euro 


Klappentext: 

Jedesmal wenn der Kater Findus Geburtstag hat, backt der alte Pettersson ihm eine Pfannkuchentorte. Und er muss oft backen, denn Findus hat nicht wie jedes normale Tier einmal, sondern gleich dreimal im Jahr Geburtstag. Weil das lustiger ist. Aber an einem Geburtstag, als Pettersson kein Mehl mehr in der Speisekammer findet und mit dem Rad ins Dorf fahren will, um welches zu kaufen, geht alles schief... 


Sven Nordqvist (* 30. April 1946 in Helsingborg, Schweden) ist ein schwedischer Zeichner. Nordqvist ist in Deutschland und seinem Heimatland Schweden einer der beliebtesten Autoren für Kinderbücher. Er ist vor allem für die Bücher um Pettersson und Findus bekannt. 



Wünsche euch einen tollen Tag! Vor allem, daß er nicht so chaotisch abläuft wie dieser hier von Pettersson und Findus. Ansonsten wünsche ich euch ganz viel Ruhe und Gelassenheit! 

Ganz liebe Grüße, 
Mel

1 Kommentar:

  1. Hi Mel!
    Eine wunderschöne Rezi. Meine Kinder lieben Pettersson mit seinem frechen Kater Findus.
    Wir hatten ein tolles Fest, glückliche Kinder die sehr brav gewesen sein müssen, weil sie so reichlich beschenkt worden sind;) Und bei euch?
    Wünsche Dir ebenfalls einen entspannten 2. Weihnachtstag
    Liebe Grüße
    Mone

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