Sonntag, 17. November 2013

Erwartungen nicht erfüllt


Die grüne Bluse meiner Schwester
Roman

304 Seiten € 9,99 [D]









„Wer seine Familie liebt, hat recht, wer nicht, auch.“




Was tun, wenn man die eigene Schwester nicht ausstehen kann?
Wenn man das Grün ihrer Bluse nicht erträgt? Wenn einen der Gesichtsausdruck der eigenen Mutter wahnsinnig macht? Und wenn zur Beerdigung des Vaters eine Torte für einen Kindergeburtstag geliefert wird? Fridas Leben ist kompliziert. Ihr Vater ist tot, die Familie nervt und der neue Job bei einer Zeitung hat seine Tücken. Alles Mist? Keineswegs. Am Ende eines turbulenten Sommers stellt Frida fest, dass man zum Glück keine heile Familie braucht. Gute Freunde und viel Lebenslust tun’s auch.










Anders als erwartet handelt es sich bei "Die grüne Bluse meiner Schwester" keinesfalls um ein Buch mit Tiefgang oder ein Familiendrama, was mir die Leseprobe auf Vorablesen vorgaukeln wollte, sondern um einen Roman, den man lesen kann, aber nicht muss, denn er nistet sich auf keinen Fall im Gedächtnis ein. Die Story erschien mir oberflächlich und die Personen eher blass. Sehr, sehr schade, denn ich hatte anhand der Leseprobe irgendwie etwas ganz anderes erwartet. Gleich am Anfang befinden wir uns auf einer Beerdigung und wir trauern gemeinsam mit Frida um ihren Vater. Letztendlich begleiten wir Frida in viele verschiedene Stationen ihres Lebens, aber keine davon hat auf mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich will jetzt nicht sagen, das ich völlig enttäuscht bin, aber da meine Erwartungshaltung durch Cover und auch Klappentext etwas anders war als das was ich dann letztendlich lesen durfte kann ich dem Roman leider nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. Mir fehlt der Tiefgang, vielleicht auch ein klein wenig Witz oder eben die Identifizierung mit den beschriebenen Personen. Ich fand Frida ganz nett, aber eben nicht so durchdringend, das sie mich angesprochen hätte. Es ist eine Loslösung von Mutter und Schwester, die in ihrem Leben sowieso nie präsent waren und das Geld was ihr Vater für eine eigene Wohnung gedacht hatte lieber für einen Mallorca Urlaub ausgeben, zu dem Frida nicht einmal eingeladen wurde. Diesem Buch fehlt einiges an liebenswerten was ich ansonsten sehr schätze, denn so ist es schon fast ein Drama, da Frida nun denjenigen verloren hat, der sie nicht mit ihrer Schwester vergleicht und sie vielleicht auch als einziger geliebt hat. Ich habe es als grausam empfunden wie wenig Liebe Fridas Mutter zu ihrem Kind zu haben scheint. Das Buch liest sich schnell und leicht, aber wirklich begeistern konnte es mich nicht. Schade, denn es klang doch recht vielversprechend und war vom ersten Eindruck wie ein Buch für mich geschrieben. Am Ende steht Frida da ohne etwas bleibendes in ihren Händen und auch ich fühlte mich nach dem Lesen eher unzufrieden und unerfüllt! Die grüne Bluse wird zweimal im Buch erwähnt, prägt sich dem Leser aber nicht wirklich ein und erscheint daher eher unpassend. Ich hatte etwas ähnliches wie "In den Schuhen meiner Schwester" erwartet, aber leider nichts vergleichbares bekommen. Es bleibt euch überlassen, ob ihr euch dem Buch zuwenden wollt. Ich rate eher davon ab!

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