Donnerstag, 7. November 2013

Die Lasten der Vergangenheit




Lauren Willig

Ashford Park

Ashford Park, England, 1906. Nach dem Tod ihrer Eltern wächst die kleine Adeline Gillecote-Ashford auf dem Landsitz von Onkel und Tante auf. Schnell wird ihre hübsche und durchtriebene Cousine Bea Addies beste Freundin. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, gehen die beiden durch dick und dünn. 
Doch dann kommt der erste Weltkrieg, und er verändert nicht nur das Land, sondern auch die Menschen. Frederick, den Addie heimlich verehrt, seit sie denken kann, kehrt zynisch und kalt zurück. Mit seiner Clique feiert er, als ob es kein Morgen gäbe, und in einer betrunkenen Nacht lässt er sich sogar mit Bea ein, die inzwischen in einer langweiligen, aber vorteilhaften Ehe steckt. Addie ist am Boden zerstört. 
Jahre später besucht sie Bea und Frederick in Kenia, wo sie inzwischen leben. Die Zuneigung zwischen Addie und Frederick flammt wieder auf. 



Wunderlich
19,99 Euro
512 Seiten
ISBN 978-3-8052-0484-2

LESEPROBE!



"Ashford Park" ist ein eher unruhiges Buch, da es in Vergangenheit und Gegenwart spielt und uns als Leser oftmals verwirrt und verblüfft, bis wir hinter die Story, die Geschichte rund um Ashford Park blicken und es verstehen können. Letztendlich ist es ein Familiendrama, welches mich begeistert zurückgelassen hat. Leider wirken die Personen im Buch oftmals blass und lassen sich schlecht hinter die Karten schauen, aber nach und nach offenbart sich mal hier und mal da ein Stück und der Leser kommt einigen Geheimnissen auf die Schliche, die völlig unerwartet auf ihn hereinbrechen. Bea hat mich auf der einen Seite wirklich fasziniert und auf der anderen Seite auch regelrecht abgestoßen. Selbstsüchtig und arrogant kommt sie daher, ist aber tief in ihrem Inneren sensibel und auf der Suche nach Liebe, nach Anerkennung. Dieses versucht sie mit allen Mitteln zu erlangen und wird dadurch leider nicht glücklicher und es hilft nur die Flucht. Im Prinzip werden hier viele Lebenslügen aufgedeckt und es fasziniert, das Menschen auch wenn sie viel, viel älter sind als wir sich doch nicht von uns unterscheiden. Eigentlich leben wir doch alle nur mit dem Ziel glücklich zu sein.
Wir treffen hier auf eine bewegende Lebensgeschichte, die nach und nach von Clementine aufgedeckt wird. Wie schon erwähnt, ist trotz des flüssigen Schreibstils der Autorin der Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit nicht immer greifbar und oft lohnt ein Blick auf das Kapitel um zu sehen, wo wir uns gerade befinden. Bea die immer totgeschwiegen wurde, wird nach und nach greifbar und Großmutter Addie, deren beider Lebensgeschichte miteinander verwoben wird, steht plötzlich in einem ganz anderen Licht da.
Faszinierend, bewegend und teilweise sehr spannend erzählt kommen wir Geheimnissen auf die Spur, die lange unergründlich waren. Es war eine interessante Reise in die Vergangenheit als die Uhren noch anders tickten als heute und Frauen zum Vorzeigen da waren und wenig eigene Meinung haben durften. Manchmal muss man sich freistrampeln von Konventionen um wirklich frei zu sein.

Gelungener Roman mit leichten Schwächen, aber dennoch Empfehlenswert!

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