Mittwoch, 6. November 2013

Animalistische Balance als Geschäftsmodell

Nachts sind alle Schafe schwarz








Taschenbuch, Knaur TB 
336 S.
8,99 Euro
ISBN: 978-3-426-51394-1


Für die Erfüllung des ganz großen Lebenstraums fehlt Becky, Caro und Greta das nötige Kleingeld. Aus einer Sektlaune heraus entwickeln die drei ein pseudoesoterisches Geschäftsmodell: animalisti­sche Balance! Daran, dass ihr Konzept der unausgeglichenen Seelentiere wirklich seine Anhänger finden könnte, glauben sie zuerst selbst nicht. Doch über Nacht boomt das Geschäft um scheues Reh und falsche Schlange. 



Meine Meinung:
"Nachts sind alle Schafe schwarz" ist für mich nun das 4. Buch der Autorin und auch wenn ich die anderen  Bücher auch wirklich super fand (Zimtzuckerherz, Close Up, Wahrheit wird völlig überbewertet) ist "Nachts sind alle Schafe schwarz" das Buch, welches mir dauerhaft ein Grinsen beschert hat. Ein Wohlfühlbuch, welches ideal in jede Jahreszeit passt. Im Frühling im Garten, wenn die Blätter an den Bäumen anfangen zu sprießen, im Sommer mit einem Hugo im Liegestuhl, im Herbst und Winter eingemummt in eine kuschelige Decke, ein paar Kerzen und einem Tee. Vielleicht auch vor dem Kamin auf einem Bärenfell, wobei wir bei den Tieren wären, die in diesem Buch auch jede Menge Platz haben. Dieses Buch passt wirklich immer und wer sich mit deutschen Sprichworten auskennt wird hier und da vielleicht sogar laut loslachen können, aber dazu später mehr.

Klingt blöd, aber je älter ich werde umso mehr komme ich von meiner schwarzen Farbe weg und mag es hin und wieder wirklich bunt und ausgefallen. Pink ist z.Zt dominierend und das nicht nur klamottentechnisch, sondern auch im Bücherregal. Pink ist für mich das neue schwarz. Das Cover finde ich sehr gelungen und auch wenn ich immer noch behaupte, das Nachts nicht alle Schafe schwarz sind, ist auch Titel wirklich super gewählt, obwohl ich die Redewendung bisher nur als "Nachts sind alle Katzen grau" kannte, aber nun gut, solche neuen Wortkreationen werden mir im Buch immer wieder präsentiert und das ist auch gut so. 

Nun aber zu dem was das Buch so lesenswert macht und da ich ohne Spoiler schreiben möchte, werde ich versuchen euch so wenig wie möglich von der Handlung weiterzugeben. So ganz wird es sich nicht vermeiden lassen, denn ich will ja eure Neugier schüren. Es geht um ein Geschäftsmodell, was unsere 3 wirklich unterschiedlichen Freundinnen bei einem ihrer Mädelsabende erfinden und es boomt, denn es scheint jede Menge Menschen zu geben, die ihr inneres Seelentier gestärkt wissen wollen. Was lustig klingt, ist es eigentlich auch, zeigt aber dennoch das wir als Menschen alle auf der Suche sind nach innerer Erfüllung, daher finde ich diesen Boom, den die Freundinnen aus einer Hugolaune heraus erfunden haben, nicht wirklich abwegig, sondern als fast wahr. Das neue Geschäftsmodell: animalistische Balance zieht einen dicken Rattenschwanz nach sich, denn nicht nur die Suchenden verändern sich, sondern auch unsere 3 Hauptprotagonistinnen. Jede hat ein Päckchen zu tragen und auch wenn sie sich tatkräftig zur Seite stehen beginnt für jede von ihnen eine Zeit der Veränderung. Ich glaube, wenn alles so geblieben wäre wie bisher, wäre ich sehr unzufrieden gewesen, aber letztendlich kann jede ihren Traum erfüllen, auch wenn dafür manches andere auf der Strecke bleibt. Letztendlich sind sie doch Gewinnerinnen und das ist das was ich gut fand und auch befürworte. Ein kleines Beispiel: Wir haben hier einen Mann, der seine Frau nicht mehr wahrnimmt und sie nur noch als Möbelstück betrachtet. Sich selbst über sie stellt und lieber alles andere wahrnimmt als die wunderbare Frau, die an seiner Seite lebt und beginnt sich aufzulösen. Diese Frau gewinnt an Selbstvertrauen und schafft es endlich sich freizustrampeln um wieder von ihrer Umwelt wahrgenommen zu werden. Natürlich ist die animalistische Balance ausgedacht, aber so ganz utopisch finde ich es nicht und vielleicht ist es der kleine Funken Wahrheit der Menschen dazu verleitet wie ein Hahn zu krähen oder wie ein Löwe zu brüllen? In dem Moment macht man sich nicht lächerlich, weil man eben versucht seinen eigenen Sinn im Leben zu finden. 

Mir hat das Buch wirklich amüsante Lesestunden beschert und wie schon geschrieben, gefiel mir am besten, das ich hin und wieder Dank Liz (Wer ist Liz? Nimm dir das Buch zur Hand und lies es selbst!) so richtig herzhaft lachen konnte! Danke auch an Heike Abidi, die es wieder einmal geschafft hat mich komplett zu überzeugen! Lasst euch den Hengst machen und wer immer noch nicht weiß, wo der Frosch seine Locken hat, wird vielleicht hinterher ein klein wenig schlauer sein. Schmunzeln und Lachgarantie garantiert!

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