Mittwoch, 16. Oktober 2013

Ein Thriller der zum Mitdenken auffordert?



Von ganzem Herzen Emily



Text von Tanya Byrne
Einbandgestaltung von Cornelia Niere
Aus dem Englischen von Bernadette Ott
Mitten ins Herz: Wer Rache sucht, wird Liebe finden. Psychologische Spannung der Extraklasse! Für die siebzehnjährige Emily bricht eine Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr geliebter Vater ein gefährlicher Krimineller ist. Als er von Juliet, der Tochter eines seiner Opfer, lebensgefährlich verletzt wird, sinnt Emily auf Rache. Sie erschleicht sich unter falschem Namen das Vertrauen von Juliet und ihrem Freund Sid und freundet sich mit den beiden an. Doch sie hat nicht damit gerechnet, dass sie sich in Sid verliebt und damit in eine nahezu ausweglose Zwangslage gerät. Ein extrem spannender Roman über Liebe und Vergeltung, Schuld und Sühne - Mitfiebern garantiert! 

352 Seiten · gebunden
Oetinger Verlag
ab 14 Jahren
EUR 16,95 
ISBN-13: 978-3-7891-2017-6
EAN: 9783789120176






Meine Meinung:
Es gibt Thriller, die triefen förmlich vor Blut, sobald man die Seiten aufschlägt. Es gibt Thriller, wie diesen hier, der fordert seine Leser förmlich dazu auf mitzudenken, denn wir bekommen unsere Story nur scheibchenweise präsentiert und das ist es letztendlich, was "Von ganzem Herzen Emily" so spannend macht und den Leser am Buch festhält.

Das Buch beginnt mit einem Brief in dem nur einige Sätze nicht geschwärzt wurden. Von Anfang an sind wir dabei unsere Gehirnzellen zu bemühen nichts zu überlesen, was wichtig sein könnte um Emily besser kennen zu lernen. Es existiert auch ein Brief, der an Juliet geschrieben wurde und letztendlich wird die Story von hinten aufgezäumt, dennoch dauert es sehr lange, bis alle Puzzleteile soweit zusammen gefügt worden sind, das klar ist warum Emily im Gefängnis sitzt oder handelt es sich hier doch um eine Psychiatrie? So ganz klar erscheint dies nicht, aber das ist für unsere Geschichte auch nicht unbedingt relevant. Interessant wird es sobald Juliet erscheint und Emily uns nach und nach präsentiert wozu sie Rache nehmen möchte. Juliet hat ihr Leben zerstört. Ein Leben welches aus Lügen bestanden hat, denn Emilys Vater führte ein Doppelleben.

Mich fasziniert hier, wie viel Wert Emily darauf gelegt hat sich zu rächen. Ihr ganzes Denken ist nur auf dieses Ziel gerichtet. Es zeigt, das Rachegedanken zerstören können und schöne Gefühle kaum noch Platz haben, weil das Denken, Fühlen und Handeln von zerstörerischer Wut beherrscht werden.

Das Ende kommt abrupt und hinterlässt uns zwar mit einem Gefühl der Hoffnung für Emily, aber dennoch kam es mir viel zu schnell und offene Enden mag ich auch nicht so gerne lesen, denn das ganze Buch habe ich auf eine Auflösung hingezittert und dann ist es auf einmal vorbei und hinterlässt mich mit einem fetten Fragezeichen im Gesicht. Dies ist allerdings der einzige Kritikpunkt von mir. Eine kleine Anleitung wie es mit Emily weitergeht hätte mir nicht geschadet und mein Empfinden über das Buch um einiges besser dastehen lassen. So ist mein Kopfkino gefragt, denn man könnte sich dieses und jenes eben selbst ausmalen um die Geschichte positiv oder eben auch negativ zu beenden. Es gibt dennoch eine Leseempfehlung von mir, da die Geschichte an für sich rund und auch spannend geschrieben wurde. Ein sehr gutes Jugendbuch, was mich fesseln konnte und mich zum Nachdenken und Mitdenken angeregt hat.

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