Samstag, 24. August 2013

Liebenswerter Verkupplungsversuch



Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter 

übersetzt von Brigitte Jakobeit


Softcover13 EuroCarlsen Verlag
Seiten208
Alterab 12 Jahren
ISBN978-3-551-58300-0


Da hat Violets Mutter doch tatsächlich schon mal mit George Clooney zusammengearbeitet, zwar nur, um ihm die Haare zu machen - aber immerhin. Doch auf die Idee, dass er der perfekte Stiefvater für Violet und ihre Schwester Rosie sein könnte, kommt sie nicht. Also muss Violet die Sache selbst in die Hand nehmen. Und beschließt den verhassten Besuch bei ihrem Vater und dessen neuer Frau in Hollywood für ein Treffen mit dem Filmstar zu nutzen. Für irgendwas muss es ja gut sein, dass ihr Vater gerade an einer neuen Fernsehserie arbeitet. Und so schwer wird es doch wohl nicht sein, in der berühmtesten Filmstadt der Welt auf einen Filmstar zu treffen. 






Meine Meinung:
Natürlich trieft das Buch vor Kitsch, was der Klappentext, der Buchtitel  und auch das Cover schon verraten, aber dennoch hat dieses Buch ganz, ganz viel Tiefgang, denn es erzählt die Geschichte einer alleinerziehenden Mutter, deren Töchter sich danach sehnen wieder eine ganz normal funktionierende Familie zu sein. Violet greift dabei zu einigen wirklich ungewöhnlichen Maßnahmen - sie schreibt einen wirklich tollen Brief an George Clooney, der die Vorzüge ihrer Mutter zur Geltung bringen. Ganz ehrlich, dafür hätte ich Violet am liebsten geknuddelt, denn auch wenn sie sehr verletzt ist über die Tatsache, das ihr Vater eine neue Frau an seiner Seite hat, liebt sie ihre Mutter von ganzem Herzen und will nur das sie glücklich ist. Die neuen Männer an ihrer Seite, die Veränderungen die vorhergehen werden komplett überwacht und manchmal eben auch beschattet. Es ist nicht immer gut, was dabei herauskommt und bei Dudley Wiener, dem neuen Freund ihrer Mutter tritt sie mächtig ins Fettnäppfchen. Kommen wir wieder zu George Clooney, der Violet als Stiefvater für Rosie und sie  sehr attraktiv erscheint, der aber leider auf ihren wirklich liebenswerten Brief nicht antwortet. Auch auf den zweiten und dritten nicht, aber das schreckt Violet nicht ab, daher muss sie nach Hollywood um George persönlich zu treffen. Dumm nur, das sie sich mit ihrem Vater zerstritten hat und dieser noch auf eine Entschuldigung wartet.
Letztendlich ist dieser Roman vollgepackt mit ganz viel Witz, aber auch ganz vielen Dingen, die aufzeigen wie schwierig es ist zu einer Patchworkfamilie zu gehören, zu der man eigentlich nicht gehört, da Violet und Rosie bei ihrer Mutter leben. Violets Dad hat mit Janica seiner Ehefrau Nummer Zwei Zwillingsmädchen, die wie Prinzessinnen behandelt werden und in einem Traumhaus mit Swimmingpool leben, während bei Mama sogar das Geld für eine neue Waschmaschine fehlt. Violet ist voll verrückter Ideen und beim letzten Versuch verscherzt sie es sich mit ihren Halbschwestern durch einen nicht gut durchdachten Streich, will ich es mal nennen. So sehr ich es verstehen kann, wie Violet sich fühlt, grenzt dieses schon fast an Körperverletzung. 
Vieles in Violets Leben ist ungewöhnlich, schon alleine dadurch, das Violet in meinen Augen eine sehr starke Persönlichkeit ist, die auch wenn es ihr mitunter selbst schwerfällt mit dem Kopf durch die Wand geht. Ein Magic 8 Ball gibt ihr dabei oft Rat und Antworten auf ihre Frage, auch wenn es nicht passend ist.

"Lieber George Clooney, bitte heirate meine Mutter" ist ein Roman, der sich wirklich leicht und flüssig lesen lässt, aber ganz genau die Problematik  schildert, wie es Kindern ergehen könnte, wenn ihre Eltern sich trennen. Natürlich ist es ganz schön dick aufgetragen, aber das alleine macht das Buch schon sehr lesenswert, da es dennoch über ganz viel Wortwitz und Charme verfügt. Ich wurde in meinen Erwartungen zufrieden gestellt und kann das Buch daher ganz uneingeschränkt weiterempfehlen.

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