Dienstag, 4. Juni 2013

Geiselnahme





HEATHER GUDENKAUF

Ein Atemzug entfernt



An einem eiskalten Märztag betritt ein Unbekannter die Highschool von Broken Branch und nimmt die Kinder der dritten Klasse als Geiseln. Niemand weiß, wer er ist. Niemand weiß, was er will.
Weder Officer Meg Barrett, die von der Einsatzzentrale an die Schule ihrer Tochter gerufen wird. Noch Evelyn Oliver, die Lehrerin, die gemeinsam mit den Kindern in der Gewalt des Geiselnehmers ausharrt. Oder die dreizehnjährige Augie Baker, die bereit ist, alles zu tun, um ihren kleinen Bruder zu retten. 
Mit jeder Minute, die vergeht, treten die verborgenen Ängste und Zerwürfnisse der Bewohner von Broken Branch immer mehr zutage, während sie verzweifelt einen Weg suchen, ihre Kinder aus den Fängen des Geiselnehmers zu befreien.




Meine Meinung:
Als allererstes möchte ich mich bei Blogg dein Buch und dem Mira Taschenbuchverlag bedanken, die mir den Psychothriller "Ein Atemzug entfernt" zur Verfügung gestellt haben um es zu lesen und zu rezensieren.
Ich war von der ersten Seite an komplett fasziniert von dem Buch, so das ich es erst aus den Händen legen konnte, als ich es beendet habe. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum ich heute so müde bin?
Letztendlich war es das Cover was mich dazu bewog "Blogg ich" anzuklicken, denn das Mädchen auf dem Bild schaut verstört, verängstigt oder vielleicht auch traurig aus. Ich kaufe und lese oft Bücher, deren Cover sich mir einprägt und bei "Ein Atemzug entfernt" taten Cover und Inhalt ein übriges um mich wirklich neugierig zu machen.
Ich fand es sehr interessant die Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben, die erst am Ende hin zusammengeführt werden. Jede/r der betreffenden Personen schildert in der Ich - Form und macht es damit um einiges persönlicher und authentischer, denn wir Menschen denken und handeln unterschiedlich und so ist es für mich als Leser noch ein kleines Highlight in die Gedankenwelt der Protagonisten einzukehren und ihnen dadurch noch etwas näher zu kommen.
Eine Geiselnahme in der Schule ist hier das Hauptthema und da ich selbst Kinder habe, ist dies noch um einiges spannender und schmerzhafter für mich gewesen, denn es hätten auch meine Kinder sein können, die dort im Klassenzimmer festsitzen, in schränke gesperrt werden und riesige Ängste ausstehen müssten. Wie verhalte ich mich als Mutter? Drehe ich durch? Stürme ich die Schule? Bete ich? Die Ängste der Eltern stehen hier nicht im Vordergrund, aber dennoch waren es die Gedanken, die mich immer wieder beschäftigt haben.
Wer ist der Geiselnehmer und was bezweckt er? Er verbarrikadiert sich mit den Schüler und Schülerinnen der 3. Klasse (8+9 Jährige Kinder) und deren Lehrerin im Klassenzimmer, aber warum? Hat er sich gerade eben diese Klasse ausgesucht? Am Ende stellt sich heraus, das man nichts mehr zu verlieren hat, wenn man denn schon alles verloren hat. Ein echter Psychopath, den ich auch in Verdacht hatte und nicht überrascht war als sich offenbart, wer hinter der Tat steht.
Die Protagonisten sind wunderbar beschrieben und schon alleine dadurch, das man ihren Gedanken folgen kann, lernt man sie immer mehr kennen und das ist das, was das Buch erlebbar macht. Jede Person hat ihre eigene Geschichte und ein klein wenig möchte ich sie euch vorstellen:
Augie + P.J. - deren Mutter hat sich bei einem Unfall in der Küche schwere Verbrennungen zugezogen und dadurch müssen die Kinder auf die Farm ihres Großvaters. Ihre Mutter Holly wollte dorthin nie wieder zurück und wir erleben alte Wunden und Verletzungen, die heilen können. Wir erleben eine Familie, die sich wieder annähert nach einer langen Zeit des Schweigens. Im Prinzip ein Familiendrama und vielleicht auch unpassend für einen Thriller im ersten Moment, aber am Ende mehr als passend.
Will - Augie und P.J´s Großvater (Vater von Holly - logisch!) ist ein mir sehr sympathischer alter Mann, der am Ende die Fehler der Vergangenheit bereinigen kann. Warum sollte er untätig herumsitzen und darauf warten, das seine Enkelkinder aus der Schule befreit werden? Viel lieber macht er sich selbst auf die Suche nach Antworten und gerät dadurch in seinen eigenen Krimi.
Evelyn Oliver - meine persönliche Heldin des Buches, denn sie hat da starke Nerven, wo ich vor lauter Angst schon aufgegeben hätte. Sie ist diejenige, die die Kinder beruhigt und tröstet. Sie zusammenhält und auch versucht zu kämpfen um die Kinder zu retten. Eine wirklich starke Persönlichkeit, die ihre Rente wirklich verdient hat.
Mag Barrett - Wer ist der Geiselnehmer und was will er ausgerechnet von ihr? Während sie immer noch auf falsche Fährten gelockt wird, kam es in meinem Kopf immer wieder zu Verdachtsmomenten, die sich letztendlich auch bestätigt haben. Meg hat eindeutig dem falschen Menschen vertraut und das muss sie nun ausbügeln. Während wir ihr in die Vergangenheit folgen, nimmt das Geiseldrama seinen Lauf.


Fazit:
Ein Buch, welches ich wirklich nur unschwer aus den Händen legen konnte, da ich wie gebannt dem Ende der Geiselnahme entgegen gefiebert habe. Super Story, Personen mit ihrer ganz eigenen Geschichte, die das Buch rund und lesenswert machen.



1 Kommentar:

  1. Hallo "Mel Bücherwurm",

    wir freuen uns, dass Dir der Roman so gut gefallen hat. Auch uns hat der Roman bis zur letzten Sekunde gefesselt. Vielen Dank für Deine Rezension!

    Liebe Grüße,
    Dein MIRA Team

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