Montag, 24. Juni 2013

Blogtour "FLYING MOON"

Ich freue mich riesig, das die Blogtour zu „Flying Moon“ heute bei mir Station macht, Ich durfte zum ersten Mal eine Autorin interviewen und es hat mir wirklich Spaß gemacht, denn die Autorin ist so tolle Frau, die mir auf Anhieb die Ängste genommen hat sodass ich mir sicher bin, das wir beide gemeinsam einen interessanten Blogbeitrag zusammengestellt haben.
Ich wünsche Euch viel Spaß mit Katrin Bongard, die sich ein klein wenig hat in die Karten schauen lassen und auf meine Fragen sehr offen geantwortet hat.



Als Mutter weiß ich, wie schwer es ist einen passenden Namen für seine Kinder zu finden. Man fertigt Listen an, verwirft den einen oder anderen Namen wieder und letztendlich muss man sich doch entscheiden. Wie kamst du auf Moon? Es ist immerhin ein doch recht außergewöhnlicher Name. Moon selbst muss sich ja auch damit auseinandersetzen: "Was ist weiter? Der Mond oder New York?"

Wenn ich Namen für meine Protagonisten wähle, ist das für mich eine sehr, sehr wichtige Sache. Manchmal ändere ich die Namen mitten im Schreiben, weil der Charakter sich von dem anfangs gewählten Namen wegbewegt hat. (Kann man bei Kinder nicht machen ;) Moon kommt aus einer Künstlerfamilie und ich wollte, dass ihr Name eine Art "Stigma" ist. Sie ist die Tochter von Künstlern und muss sich mit Kunst und einem künstlerischen Leben mehr auseinandersetzen als andere Kinder, deren Eltern vielleicht Bäcker oder Immobilienhändler oder sonstwas sind.


Ein Filmdreh ist harte Arbeit und verlangt von der gesamten Crew völlige Konzentration, auch wenn eine Szene 20 und mehr mal gedreht werden muss bis die letzte Einstellung passt. Wie kamst du darauf gerade darüber ein Buch zu schreiben? Hast du selbst Erfahrungen mit einem Filmdreh oder hast du dich vorher einfach nur intensiv damit beschäftigt? Ich bin ja immer noch völlig fasziniert von Wärmejacken und Blutkapseln ☺

Ich bin eher zufällig im Filmgeschäft gelandet, erst über das Drehbuchschreiben, später wollte meine älteste Tochter unbedingt drehen (ich war nicht sehr begeistert, da ich das Filmgeschäft ja kannte …) und hat das auch durchgesetzt (übrigens ohne unsere Vermittlung, worauf sie und wir sehr stolz sind.). Unter uns hat außerdem ein Amerikaner gewohnt, der im Filmgeschäft gearbeitet hat und so habe ich über die Jahre alle Bereiche des Filmgeschäfts sehr gut kennen gelernt. Ich war an über 50 Filmsets und hatte viel Zeit zu beobachten. Als ich anfing zu schreiben, hatte ich andere Themen im Kopf, aber eine Verlagslektorin bei Sauerländer fragte mich, ob ich nicht mal über Film schreiben wollte. So fing es an. Ich wollte aber von Anfang an nicht die Klischees über Film weiter verbreiten (hat mich immer sehr geärgert, wenn Leute, die nie an einem Filmset waren, so seltsam darüber geschrieben haben), sonder einen guten Einblick geben, denn, ja, es ist sehr interessant an einem Filmset, eine besondere Atmosphäre, etwas, was man nicht einfach recherchieren kann, sondern - wie ich finde - am besten beschreiben kann, wenn man es selbst erlebt hat.


Einige Elemente des Romans sind Moons außergewöhnlicher Plattensammlung gewidmet. Gibt es dazu einen Soundtrack? Ich befürchte nämlich, das viele der jüngeren Generation nichts mit Janis Choplin, The Doors oder auch „Yesterday“ von den Beatles anfangen könne, geschweige denn im Zeitalter von CD´s und mp3 Downloads wissen wie ein Plattenspieler aussieht und funktioniert. Wie kam es das Du Dich für doch eher für einen außergewöhnlichen Musikgeschmack entschieden hast und nicht für die aktuellen Interpreten wie Pink, Rihanna und Co?

Janis Joplin, die Doors oder Beatles sind Klassiker der Musikgeschichte, die man genauso kennen sollte, wie Mozart, Beethoven oder Chopin (oder auch nicht, aber dann ist das eindeutig eine Bildungslücke). Moons Vater liebt diese Musik und das ist, was Moon von ihm behalten hat, nach der Trennung. Sie hört sie auch wie Klassiker. Moon ist ein wenig altmodisch, sie hat ja auch kein Handy und keinen PC, auch aus finanziellen Grüdnen aber eben auch, weil sie diese alten Dinge - wie Platten - mag. Plattenspieler werden gerade wieder sehr "in", Ich habe einen Plattenspieler und höre viele Platten, ich mag das Knistern und der Sound ist sehr viel besser als der von mp3 Dateien. DJs benutzen immer noch Platten (auch wenn sie darauf digital abspielen) und viele Musiker bestehen darauf, dass ihre CDs auch noch als Platte erscheinen. Das Alte, Vergangene wird also wieder angesagt und das ist auch eine Parallele zu Moons Leben, in der Lasse aus der Vergangenheit wieder auftaucht.

Playlist: Ja, ich könnte ein paar Songs zusammenstellen, die Klassiker der Rockgeschichte sind. Großes Thema. Der wichtigste Song für Moon und Lasse ist "Break on Trough" http://www.youtube.com/watch?v=6BIjCW2_Uik 
Der Songtext ist sehr poetisch und bezeigt sich stark auf Moons Situation, das erste Zusammensein mit Lasse, das Gefühl, auf die andere Seite kommen zu müssen, "Night divides the day" heißt es, es ist eine Nacht, in der Lasse und Moon sich treffen und wo sie getrennt werden, ab da müssen sie versuchen wieder zusammen zu kommen. Hier mal eine Interpretationsversuch des Songs, der mir ganz gut gefällt. "This song is about breaking through the "doors of perception"- what you see and think to be real, and what really is real- to the "other side", the side of life and everything you've never seen before. This means different things to different people. The gateway could be sex, drugs, or music, or just a personal revelation you have, but at some point in our lives, we have to "break on through to the other side" and find our own version of the truth in life."


Wie bist du auf die Idee gekommen den Schauplatz „Kinderheim“ zu wählen und die Flucht daraus? Ich konnte Moons Verwirrung mit „echten“ Heimkindern zu drehen wirklich nachempfinden. Mir wäre es auch sehr unangenehm gewesen.Statistisch gesehen wachsen alleine in Deutschland rund 1,35 Millionen Kinder ohne Eltern auf. Die Zahl hat mich gerade beim googlen förmlich erschlagen. Scheinbar sind Dir diese Dinge sehr wichtig, denn als ich SUBWAY SOUND aus der PINK! Reihe gelesen habe ging es um Obdachlose Jugendliche in Berlin und ein kleiner Teil war auch den Streetworkern gewidmet. Ich finde es wirklich genial, das Du Dich an Brennpunkte heranwagst und über diese schreibst. Warum ist Dir das so wichtig?

Zum einen. ich habe einen Dreh auf dem Gelände eines Kinderheims, mit Heimkindern erlebt Es gibt das im Buch beschriebene Heim in der Nähe von Leipzig, so sahen die Zimmer aus, in denen die Schauspieler damals auch wirklich übernachtet haben und das hat mir beim Schreiben und Beschreiben natürlich enorm geholfen. Ich versuche immer (und bei Flying  Moon ist das auch so) Settings zu beschreiben, die ich kenne, wo ich schon einmal war.  Jede Filmsetsituation von Moon oder später auch Lasse habe ich in ähnlicher Weise schon einmal (natürlich leicht verändert) erlebt.
"Heimweh" der Film, in dem Moon und Lasse mitspielen, ist eine Geschichte in der Geschichte. Für den Film im Buch habe ich praktisch ein eigenes Drehbuch geschrieben, damit das auch funktioniert, sogar die Drehzeiten und Orte funktionieren ziemlich gut. (war eine mühsame Konstruktionsarbeit, aber auch das wollte ich realistisch haben). "Heimweh" könnte man also tatsächlich verfilmen, ich glaube sogar, es wäre ein interessanter Film ;-).  

Brennpunkte - hm, sagen wir mal so, ich finde soziales Engagement schon sehr wichtig. Zumindest sollte man wissen, was los ist, dann kann man ja überlegen, wie man helfen will und ob und in dem Sinne trage ich gerne dazu bei, Dinge einfach mal zu erzählen, über die man dann nachdenken kann, wenn man möchte. Wenn nicht, sollte man trotzdem die Story genießen können, aber es gibt zumindest einen Hinweise auf tiefere Schichten. Ich habe schon viele dramatische Situationen und Schicksale erlebt, und ich wollte eine Zeitlang Politikerin oder Psychologin werden, weil ich zum einen immer die Welt verbessern wollte (ganz naiv), und zum anderen verstehen wollte, warum Menschen so sind, wie sie sind. Als Künstlerin tue ich das nun wohl ein wenig in meinen Kunstwerken und in meinen Büchern.


Eine Filmszene fand ich sehr interessant und zwar als Moon fast vergewaltigt wird und ihr klar wird, das sie im echten Leben niemals stark genug wäre sich gegen einen echten Angriff zu wehren. Ich habe tatsächlich einen Moment über einen Selbstverteidigungskurs nachgedacht. Hast du selbst schon an einem Selbstverteidigungskurs teilgenommen? Immerhin war mir die Szene sehr bildlich beschrieben und auch ein klein wenig beängstigend, wenn man auf Moons Reaktion darauf achtet, auch wenn es nur gespielt ist. Mich hat es zum Nachdenken gebracht und vielleicht war das auch Dein Ziel?

Ich habe mich viel mit Selbstverteidigung auseinandergesetzt. Ich habe den orangenen Gürtel im Judo, ich habe mir die Tricks erklären lassen (Finger in die Augen, zwischen die Beine treten) aber genau wie Moon stellt sich mir natürlich auch die Frage: Mache ich das dann auch im entscheidenden Augenblick? ich mache auch Thai Chi und dort lernen wir: Ein gut abgewehrter Angriff ist einer, der gar nicht stattfindet, weil man ihn nicht durch irgendetwas provoziert. Thai Chi ist eine faszinierende Technik, da dort die Energie des Angreifers benutzt wird, um sie auf ihn zurückzulenken, und ihn dann so zu bekämpfen. Das ist natürlich die Hohe Kunst der Selbstverteidigung.



Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Diese Frage kam rasch in mir auf, denn Lasse und Moon sind sich ja schon vor dem Filmdreh begegnet und konnten einander nicht vergessen. Mich hat es nicht überrascht, das sie sich letztendlich wiedergetroffen haben.
Meine große Liebe war Liebe auf den ersten Blick. Richtig erschreckend, man weiß es sofort und kann eigentlich auch nicht mehr verhandeln (ich hätte gerne einen netteren, blonderen, einfacheren Typen? Keine Chance.) Ich finde es seltsam, dass es immer heißt: "Glaubst du an…" Ich meine; Sie existiert, man erlebt sie! Aber wenn man sie nicht erlebt, kann man vielleicht einfach nicht glauben, dass es sie gibt.


Da wir in „Flying Moon“ eher die Sicht von Moon erleben bin ich ganz gespannt auf „Lasse“, denn ich vermute und hoffe, das wir dann seinen Teil der Geschichte erleben dürfen. Lasse hat sich bisher doch eher zurückhaltend verhalten und ich wurde einfach nicht schlau aus ihm. Natürlich gab es viel Gerede von Seiten seiner Kollegen, aber ist da wirklich alles wahr oder doch eher ein Gerücht? Vielleicht magst du uns ja ein klein wenig teilhaben lassen an deinen Gedanken zu „Lasse“? Ich zumindest habe ziemlich hohe Erwartungen an das Buch, zumal mich auch schon „Flying Moon“ begeistern konnte.
Lasse ist … erwachsener als Moon. Er lebt schon allein, er steht voll im Berufsleben als Schauspieler und er hat auch schon so seine Narben und Verletzungen abbekommen und einige Fehler gemacht ( was sich im Leben ja bekanntlich nicht vermeiden lässt). Er lebt sein Leben voll aus, probiert herum (Drogen, Mädchen), lernt den ersten Ruhm kennen und macht nicht nur tolle Erfahrungen dabei. Die Begegnung mit Moon macht ihn verantwortungsvoller für sein Leben und natürlich ist die Erfahrung einer "Liebe auf den ersten Blick" auch eine Erschütterung. Wenn es das wirklich gibt - was bedeutet das für mein Leben? Und wie kann ich das Leben oder besser gesagt: diese Liebe finden und leben. Lasse hat Angst, etwas, was ihm so wichtig ist, kaputt zu machen. Und er hat ein kleines Päckchen an Problemen, das noch mit sich herumschleppt, wie die Beziehung zu seinem Bruder, zu Gerion, zu Krista und zu Agnes. Während Moon ganz offen und auch etwas naiv in die Beziehung zu Lasse schlittert, ist Lasse die ganze Zeit sehr bewusst und … intensiv. Das mag ich an ihm, davon handelt "Lasse".


Falls ihr jetzt ein klein wenig neugierig geworden seid, habe ich hier für euch die ersten Sätze aus dem Buch „Lasse“ welches im Juli im Red Bug Bugs Verlag erscheinen wird.

Es gibt Tage, an die ich mich ungern erinnere, aber dieser Tag gehört nicht dazu, obwohl er schlecht anfing und katastrophal endete. Im Grunde war auch alles dazwischen ein einziges Chaos, typisch für mich und die Zeit damals, ich stand andauernd wie neben mir. Aber dieser Tag wird immer ein besonderer sein, denn an diesem Tag habe ich sie getroffen. Und die Momente mit ihr waren echt. Das war es, was mir als erstes auffiel. Wie intensiv sich alles mit ihr anfühlte.


Flying Moon – Lasse

Lasse

Ein trauriger Prinz, ein rockiges Aschenputtel, eifersüchtige Exfreundinnen. Ein Film-Märchen
Nachwuchfilmstar, Partygänger, Kiffer, Verführer. Lasse hat viele Etiketten, aber es kümmert ihn wenig. Bis er auf einer Party ein unbekanntes Mädchen trifft und sich sofort verliebt. Für sie will er anders sein, sich öffnen, Schwäche zeigen. Aber sein altes Image verfolgt ihn und droht nicht nur seine Karriere, sondern auch seine neue Liebe zu zerstören.
Im zweiten Teil der Film.Love.Story kommt Lasse zu Wort und schildert seine Sicht der ersten Begegnung mit Moon und ihrer Wiederbegegnung an einem Filmset.







Morgen geht es weiter mit MerlinsbücherIch hoffe ihr seid genauso gespannt wie ich, was uns erwartet. Ganz am Ende der Blogtour gibt es natürlich auch noch etwas zu gewinnen und ich gestehe, zu einem Hoodie würde ich auch nicht NEIN sagen. Es lohnt sich also jeden Tag unsere verschiedenen Blogs zu besuchen und mehr über Moon zu erfahren.








Startet gut in die neue Woche!
Alles Liebe,
Mel









Kommentare:

  1. Monja / Nefertari3524. Juni 2013 um 06:46

    Guten Morgen Mel!
    Was für ein tolles Interview! Da hast du echt klasse Fragen gestellt und Katrin Bongard hat wirklich detailliert geantwortet.
    Man wird von Blogtag zu Blogtag neugieriger auf das Buch!!!!
    Ich wünsche alles einen schönen Wochenanfang
    Liebe Grüße
    Monja

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  2. Hallo und guten Morgen,

    ist wirklich erstaunlich, was man in dieser Blogtour (immerhin 6.Station)
    immer noch so alle interessantes erfahren kann.

    Das steigert wirklich die Lust auf das Buch!

    Guten Start in die neue Woche..LG..Karin..

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  3. Liebe Mel,

    einen sehr schönen Beitrag hast du geschrieben, und die Fragen sind super gewählt. Mal ein bisschen was anderes!

    Ich bin genauso begeistert von dem Buch wie du und ich liebe die Bücher von Katrin Bongard.
    Bis gerade wusste ich gar nichts, das ein zweiter Teil kommt. Aber ich bin sehr gespannt darauf. Es wird sicher interessant diese tolle Story noch einmal aus Lasses Sicht zu erleben.

    Liebste Grüße
    Nicky von Buchstaben-Junkie.de

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  4. Liebe Mel,

    dein Beitrag zur Blogtour gefällt mir! Vor allem, da ich jetzt mein Wissen auch Rund um das Buch erweitern konnte!

    LG Kasia von Protagonist-erlebt.blogspot.de

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  5. Tolles Interview; vor allen Dingen all die Infos über das Film-Business. Macht richtig Lust auf das Buch!

    Liebe Grüße
    Deengla

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