Mittwoch, 15. Mai 2013

Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet?






  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 26. März 2013
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1483957519
  • ISBN-13: 978-1483957517
  • Größe und/oder Gewicht: 20,3 x 12,7 x 1,4 cm

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Nach einem Besuch in der Stadtbücherei wurde Laura zum letzten Mal gesehen. Was ist mit ihr geschehen? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Thriller FIDA. Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden?



Wissenswertes zur Autorin: HIER!



Meine Meinung:
Was sprach mich an? Warum wollte ich "Fida" unbedingt lesen? Der Klappentext war es, der mich herauforderte und zwar dieser eine Satz "Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet?"  blieb hängen und machte mich äußerst neugierig. 216 Seiten sind schnell gelesen, aber "Fida" ist definitiv ein Buch was lange nachwirken wird, besonders dann, wenn wir selbst Mütter sind. Ich habe es als sehr, sehr grausam empfunden und um meine Emotionen die beim Lesen freigelegt wurden näher zu erläutern, werde ich SPOILERN! müssen, auch wenn ich natürlich nicht den ganzen Handlungsverlauf schildern werde, aber dennoch werde ich das eine oder andere erwähnen, daher ist es sinnig, wenn du das Buch noch lesen möchtest, vielleicht nicht weiterliest.

Zum einen treffen wir hier auf rohe Gewalt und einem Menschen, den es sexuell erregt, wenn er Menschen quälen kann. Natürlich kann es einen Sadisten auch befriedigen, wenn er nur mit Worten verletzt und sich am Schmerz weiden kann, aber hier treffen wir auf einen Menschen, der mir so unangenehm ist, das mir regelrecht übel wird. Interessanterweise ist die Freude am Quälen von Lebewesen schon sehr früh in Erscheinung getreten. Wäre es vielleicht zu stoppen gewesen, wenn die Eltern eingeschritten wären? Nun ist es so wie es ist und wir müssen damit leben, das wir so grausames zu lesen bekommen. Ein Mann, dessen genaues Alter wir nicht kennen trifft auf Laura und genau diese hat er sich ausgesucht, denn sie ist rein und unschuldig, da sie sich nicht schminken darf und deshalb nicht wie eine Nutte aussieht wie ihre Freundinnen. Nicht vergessen hierbei dürfen wir, das Laura erst 13 Jahre alt ist. Meine Tochter ist geringfügig älter und da ich eine Mutter bin, bekam ich echte Wut im Bauch und wenn ich gekonnt hätte, dann hätte ich Tom an seinen Eiern gepackt und an der Decke aufgehangen. Genau dort, wo sich die Kette für die Fußfessel befindet. Tom hat schon lange geplant sich eine Frau / ein Mädchen unterwürfig zu machen und der Zufall spielt ihm in die Hände. 

Tatjana kann nicht glauben, das Laura verschwunden ist und was interessant ist, sind die Rückblicke in die Vergangenheit und das was dann etwa gut ein Jahr später geschieht. Stellt euch vor, euer Kind wird seit eine Jahr vermisst und ihr wisst nicht, ob es noch lebt oder ob es vielleicht sogar gestorben ist. Könntet ihr ruhig schlafen oder würden eure Gedanken, so wie bei Tatjana nur um das was ihr verloren habt kreisen? Wo ist euer Lebenswille geblieben? Die Freude? Ich konnte mich sehr in Tatjana hineinversetzen und spürte ihren Schmerz förmlich. Ich würde auch nicht aufgeben und obwohl Tatjana extremst depressive Züge erkennen lässt, erkenne ich in ihr eine Kämpferin.

Tom quält aber nicht nur Laura, sondern auch seinen Vater der nach einem Schlaganfall in einem Pflegeheim untergebracht ist. Immer wieder flüstert er ihm Dinge ins Ohr und weidet sich am Entsetzen seines Vaters. Leider ist das Sprachzentrum blockiert, so das dieser nicht wehren kann und wir nur in seine Gedanken eintauchen können. Ganz zum Schluss bringt er Laute hervor, die ich erst nicht kapiert habe und hinterher als die Auflösung kam, fand ich es großartig, das dieser Mann alles versucht hat um auf die Gräueltaten seines Sohnes hinzuweisen.

Wer dieses Buch liest, wird sicherlich darüber entsetzt sein, wie viel Grauen ein Mensch ertragen kann, wenn er denn muss und wie schnell ein Wille gebrochen werden kann. Hier kann man noch nicht einmal den Nachbarn einen Vorwurf machen, das sie nichts gehört oder gesehen haben, denn Tom hat seinen Plan mit Präzision ausgeführt. Ich fand das Buch ganz schrecklich, aber auch nur deshalb, weil es den einen oder anderen Schalter in mir umgelegt hat. Ich fühlte den Schmerz und das Grauen und es tat fast körperlich weh.

Eine Leseempfehlung spreche ich nicht aus, denn letztendlich ist dieses Buch harte Kost und jede/r muss für sich selbst entscheiden, ob er / sie stark genug ist sich mit "Fida" auseinanderzusetzen.


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