Donnerstag, 23. Mai 2013

Fanatisch packend




Wiley Cash

Fürchtet euch

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 9,99 

Verlag: Fischer


In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche »geheilt« werden. 
Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall. 
Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe.





Meine Meinung:
Für die Lesechallenge auf Lovelybooks.de durfte ich in diesem Monat "Fürchtet euch" von Wiley Cash lesen und ich gestehe, ich habe mich gleichermaßen gefürchtet und auf der anderen Seite war ich wirklich wütend, das es Bauchschmerzen gleich kam.
Die Zusammensetzung um einen außergewöhnlichen Krimi zu schaffen ist folgende:
Man nehme einen charismatischen und sehr überzeugenden Prediger, dem alle nach dem Mund reden und plötzlich wandeln alle im Wahnsinn. Es würde wahrscheinlich dauerhaft so weitergehen, wenn Stump nicht zu Tode gekommen wäre bei dem Versuch geheilt zu werden. Sobald ein Kind zu schaden kommt werde ich wirklich sauer. Vor allem, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt. Kann man wirklich da weiter machen wo man vorher stand? Sind die Menschen so verblendet?
In Rückblenden wird uns das Dorf Marshall in  North Carolina präsentiert und es erscheint zuweilen, als wäre dort die Zeit stehen geblieben und die Menschen würden sich nicht weiterentwickeln. Ich war geschockt über die Praktiken der Kirche Gottes Allmacht herauszufordern. Gott lässt nicht mit sich spielen und es war einfach an der Zeit das Einhalt geboten wurde. Carson Chambliss kommt so selbstgerecht daher, das es einem fast übel wird. Wie kann ein Mensch alleine seine Herde ins Verderben führen? Wie kann ein Vers aus dem Markusevangelium Menschen derart verwirren? Ein Vers aus dem Zusammenhang gerissen und dieser präsentiert nun eine christliche Gemeinde? Es wäre besser sich abzuwenden und sich so dem Zorn des Predigers zu stellen als vielleicht selbst zu sterben.
Hier treffen viele Schicksale aufeinander und dem Autor ist es gelungen den Spannungsbogen komplett zu halten. Ich vermute das jeder Leser einen echten Groll hegt auf Carson Chambliss und seine Überzeugungen und sich nichts sehnlicher herbeiwünscht, als das das Grauen ein Ende findet.
Ein großer Showdown am Ende hat mich dennoch nicht gänzlich befriedigt, denn ein echtes Happy End habe ich mir zwar herbeigesehnt, es aber letztendlich nicht so bekommen wie ich es mir erhofft hatte. Schade! Dennoch möchte ich dem Krimi eine Leseempfehlung aussprechen, denn ich habe mich wirklich gut unterhalten gefühlt und gefühlsmäßig war es mehr als ich ertragen konnte und wollte.







"Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: 

In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,

Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, 

wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, 

so wird's besser mit ihnen werden." Markus 16, 17+ 18












1 Kommentar:

  1. Das Buch habe ich heute für eine Leserunde auf LB bekommen und werde gleich losschmökern. :)

    Alles Liebe, Sophie

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