Mittwoch, 8. Mai 2013

Drei Songs später






Drei Songs später


Manchmal gehen Träume in Erfüllung – doch nie von selbst!

Ein junges Mädchen droht unterzugehen, zu ersticken: an den Anforderungen der Schule, ihres cholerischen Vaters und der Fügsamkeit ihrer Mutter. Doch dann nimmt sie all ihre Kraft zusammen und springt in ein selbstbestimmtes Leben – gegen alle Widerstände...
Die 15-jährige Zeta fühlt sich in der Schule fehl am Platz, denn trotz Nachhilfe kommt sie einfach nicht mit und ihre Versetzung ist gefährdet. Sie möchte wechseln: auf ein Tanzgymnasium, um ihren großen Traum vom Tanzen zu verwirklichen. Doch wie soll sie das ihrem Vater erklären? Ihm, der ständig betrunken ist, ihr Angst macht und für den das Abitur der einzige Weg ist? Oder ihrer Mutter, die gegen den cholerischen Vater selbst nicht ankommt und sich fügsam im Alkohol versteckt? Als die Situation zu eskalieren droht, muss Zeta ihren eigenen Weg finden.


160 Seiten 
10,99 € [
ISBN: 978-3-8458-0151-3
Verlag: bloomoon




Meine Meinung:
"Drei Songs später" ist ein sehr angenehm zu lesendes Jugendbuch und da es nur über 160 Seiten verfügt auch wirklich zügig beendet. Das Buch hat mir sehr gefallen, obwohl ich, angezogen mal wieder durch das erfrischende Cover, etwas komplett anderes erwartet. Ich habe ein Buch  über das Tanzen, über Ballett erwartet, vielleicht ein klein wenig wie den Film "Save the last Dance" und bekomme ein Buch präsentiert, über eine völlig kaputte Familie. Einen Vater, den ich so unangenehm empfunden habe, das ich ihn am liebsten geschüttelt und wachgerüttelt hätte. Was für ein selbstgerechtes Monster! Ein Untier! Ein Mensch, der vor Selbstgerechtigkeit zerfließt, dabei aber vergisst, seiner Tochter in ihrem Zimmer die Heizung zu reparieren. Als Zeta Schulschwierigkeiten bekommt, pocht er auf Lösungen, anstatt zuzuhören, was Zeta zu sagen hat, ihre Träume darlegen kann. Boahhhhh, da könnte man wirklich sauer werden und natürlich zeigt sich auch wieder, wie sehr Alkohol den Menschen zerstören kann. Interessant ist hierbei, das Zetas Mama zu allem was ihr Mann sagt, Ja und Amen sagt. Schlimm, wenn man so unter der Fuchtel seines Ehemannes steht, auch am Ende des Buches hat sie nichts begriffen und tut mir eigentlich nur leid.
Wir haben hier also eigentlich ein Familiendrama, aus dem Zeta ausbrechen wird und das ist auch gut so, denn psychisch würde sie im Laufe der Zeit zugrunde gehen. Die Entscheidungen die sie trifft finde ich super und würde diesen Weg wahrscheinlich auch gehen wollen.
"Drei Songs später" ist authentisch und geht viel, viel tiefer als erwartet. Ich mochte es, das Zeta Unterstützung bekommt und nicht alleine blieb. Es zeigt wieder einmal, das wir unsere Augen und Ohren einfach mal offen halten müssen, um auch den Nächsten zu sehen, der vielleicht gerade direkt gegenüber von uns sitzt. Ich wünsche mir Lehrer die in die Tiefe gehen und bemerken wie unglücklich ihre Schüler sind und falls die Noten in den Keller fallen, auch mal nachbohren. Ich wünsche mir Mitmenschen, die hinsehen und nicht wegsehen. Wo befinden wir uns?

Von mir definitiv eine Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Schöne Rezi :)
    Das Buch werd ich mir auch irgendwann noch zu Gemüte führen, klingt schön :)

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  2. Bookmarble / Marion3. Juni 2013 um 07:43

    Hallo Mel,

    schön zu lesen das es jemandem genauso ging wie mir, hatte auch ein Buch übers tanzen erwartet :) Mir hat das Buch auch sehr gut geflen, schöne Rezension!

    Lg Marion

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