Donnerstag, 2. Mai 2013

Der Wolf im Schafspelz






Anna Schneider

Blut ist im Schuh  

 Und wenn sie nicht gestorben sind ...

Gespenstische Stille liegt über dem Friedhof – Amelies einzigem Zufluchtsort vor den Bosheiten ihrer Stiefschwester. Sarah hatte sie bestohlen, gedemütigt, verletzt ... Wie weit würde sie noch gehen? Schon spürt Amelie wieder das Stechen im Nacken, wie von eiskalten Augen, die ihr überallhin folgen. Ihr einziger Hoffnungsschimmer ist der Abschlussball mit Ben: Wird er sie wach küssen aus diesem Albtraum?

"Ein Jugendthriller vom Feinsten: hochspannend, berührend und toll geschrieben von der ersten bis zur letzten Zeile."
Nele Neuhaus

Broschur
256 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-522-50330-3
Preis: 9,95 €



Märchen neu zu schreiben scheint ein neuer Trend zu sein, dem ich aber gerne folgen will, denn mit "Blut ist im Schuh" ist Anna Schneider eine sehr moderne Märchenadaption gelungen, die mich wirklich begeistern konnte. Durch die etwas größere Schrift jagt man förmlich durch das Buch und auch wenn es mitunter echt fies ist, was Amelie im Hause ihrer Stiefmutter erleben muss, musste ich manchmal doch grinsen, auch wenn sie mir leid tat. Ist Schadenfreude nicht die größte aller Freuden? Hat Amelie tatsächlich geglaubt, das ihre Stiefmutter glaubt, was sie ihr über ihre neue Schwester Sarah erzählt? Blut ist immer noch dicker als Wasser, oder? Gut nur, das Sarahs Schwester Julia seit der Scheidung bei ihrem Vater lebt, denn sonst hätte Amelie zwei Schwestern die mit ihr auf Kriegsfuß stehen würden.
Natürlich werden wir auch Einblicke in das "echte" Märchen der Gebrüder Grimm bekommen. Ein klein wenig ähnelt es auch dem alten Märchen, obwohl es komplett neu umgeschrieben wurde. Mit ganz viel Phantasie lässt sich aber auch altes erkennen, denn auch wie im echten Märchen blutet nachher Aschenputtels ähhhhhhh Amelies Fuß und da ist Sarah meiner Meinung nach echt zu weit gegangen und der Showdown auf dem Ball musste einfach so kommen. Es ist schlimm, wozu Menschen aus lauter Neid bereit zu tun sind. Es hätte alles ganz anders kommen können, wenn die beiden Mädchen bereit dazu gewesen wären vielleicht einfach mal miteinander zu reden. Natürlich sagt sich das als Leserin sehr leicht, denn erstens wäre das Buch stinklangweilig geworden ohne Intrigen und Lügen und zweitens zeigt es sich wie man sich in einer Patchworkfamilie behaupten muss. Sarah und Amelie haben beide dieses Leben nicht gewollt und leiden beide darunter. Anstatt sich anzufreunden wird sich angefeindet. Schade, das erst dann wenn alles zu spät erscheint eine Annäherung möglich ist.
Die Autorin hat sympathische Personen geschaffen, die man entweder mag oder eben auch nicht. Das Buch ist in die Genre Thriller eingeordnet, aber so wirklich spannend habe ich es jetzt nicht empfunden, obwohl es sehr viel Spaß gemacht hat eine neue Aschenputtelgeschichte zu lesen und darin zu versinken. Es war für mich ganz offensichtlich was passieren wird, daher war der Überraschungsmoment den andere Leser/innen empfunden haben nicht gegeben. Macht aber nix, denn 5 Sterne und eine Leseempfehlung gibt es dennoch, denn das Buch war gut - richtig gut. Zickenalarm hoch 3, ein klein wenig Liebe, Liebeskummer, Eifersüchteleien und eine Entführung. Dieses zusammengemischt ergibt ein wirklich geniales Debüt der Autorin. Weiter so Anna Schneider. Ich bin schon auf weitere Märchen gespannt.

LESEEMPFEHLUNG!

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