Montag, 27. Mai 2013

Charmante, amüsante Ermittlerin



Schulsachen

Elfriedes erster Fall. Ein Taunus-Krimi

Auf dem Gelände des renommierten Prinz-von-Nassau-Gymnasiums entdeckt ein Hund die Leiche eines Schülers. Der Vater des Opfers ist unzufrieden mit dem Vorgehen der Polizei und will mithilfe einer Privatdetektivin, die sich in Hofheim auskennt, den Mörder seines Sohnes finden.
Doch Elfriede Schmittke entspricht so gar nicht seinem Bild von einer erfolgreichen Ermittlerin: vollschlank, chaotisch, verarmt, allein erziehend und ihre Berufserfahrung bei der Polizei liegt auch schon fünfzehn Jahre zurück … Nur mit Mühe kann Elfriede ihn überreden, sie für zwei Tage zu engagieren. Diese Chance lässt sie sich nicht entgehen: Resolut und hartnäckig stöbert sie hinter den Kulissen des Schulalltags. Sie stößt auf Gewalt, Mobbing, Erpressung und Hass. Der Polizei ist sie schnell ein Stück voraus. Wenn da nur nicht Tante Ingeborg wäre, die sich ungefragt bei Elfriede einquartiert hat und ihr Privatleben gehörig durcheinanderbringt.



Sutton Krimi / Hessen

224 Seiten, Broschur, ISBN: 978-3-95400-140-8, 12 Euro
auch als eBook erhältlich




Meine Meinung:
Endlich mal eine Ermittlerin, die sich ein klein wenig dadurch aus der Masse hervorhebt, da sie eben nicht gestriegelt und gebügelt ist, durchtrainiert und gertenschlank, sondern eine Ermittlerin die mit ihren Ecken und Kanten, einigen Fettpölsterchen hier und da und ein wirklich chaotisches Leben führt, was sie nach der Trennung von ihrem Mann erst einmal ordnen muss. Herrlich finde ich das, denn gerade dadurch ist mir Elfriede wirklich sympathisch. Ihr Name allerdings ließ auf eine eher ältliche Dame schließen, denn die Frauen in meinem Alter heißen doch eher Nicole, Sandra, Tanja und vielleicht sogar Melanie, aber Elfriede? Zumindest wäre mir persönlich keine bekannt. Am Namen hat es aber auch nicht gelegen, das ich Elfriede um einiges älter geschätzt habe, sondern an der Tatsache, das sie unheimlich gemütlich ist und es etwas Ansporn braucht um aus dem Quark zu kommen. Sogar Tante Ingeborg ist um einiges agiler als Elfriede, denn sie steckt wirklich voller Tatendrang und hat das ganze Buch über zu echten Krachern und Lachern geführt. Ich glaube, so eine Tante Ingeborg, die uns das eine oder andere abnimmt, hätte ich auch gerne, da darf sie dann auch ruhig in Miss Marples Fußstapfen treten und beschatten wen sie mag, denn gerade dadurch, das sie es nicht unauffällig tut ist sie meine Sympathisantin schlechthin.
Elfriede hängt erst einmal voll durch und lässt alles schleifen, Haushalt und Küche, was natürlich auch daran liegt, das das Geld fehlt. Als dann ein Mord geschieht muss sich Elfriede behaupten und tritt ein in eine andere Generation die von Hass, Angst, Mobbing und Erpressung beherrscht wird. Wer ist der Mörder von Alexander und warum musste Alexander sein Leben lassen? Elfriede legt Stück für Stück dar, was letztendlich geschehen ist und lässt mich staunend zurückblicken auf einen Krimi, der mich wirklich begeistern konnte. Vielleicht auch gerade deshalb, weil Elfriede von der frustrierten Hausfrau mutiert ist zu Superwoman ☺ Na ja, so ganz krass war es nicht und zwischenzeitlich sind ihr einige Dinge auch quasi in den Schoss gefallen, aber den Fall zu lösen bringt Hoffnung auf einen weiteren Krimi mit Elfriede, Olli und Tante Ingeborg. Olli, der ganz normale Teenager, wie ich sie auch hier daheim habe, die oft dafür sorgen, das man die Geduld verliert und man hofft, das der Kaktus den man umarmen möchte endlich seine Stacheln verliert.
Von mir eine echte Leseempfehlung für "Elfriedes ersten Fall!"

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