Donnerstag, 28. März 2013

Was immer du auch unter "ZÄRTLICHKEIT" verstehen magst!





Zärtlichkeit








Eric Poole ist ein Monster. Nach außen hin ein charmanter junger Mann treibt ihn in seinem Inneren die Mordlust. Seine Opfer sind dunkelhaarige Mädchen, fast Frauen. Drei hat er schon getötet, hat ihnen die Hände um den Hals gelegt und zugedrückt. Lieutenant Proctor beschließt, Eric zu beschatten, um weitere Morde zu verhindern. Er folgt ihm auch als er mit der schönen Lori auf Reisen geht. Wie lange wird Eric das Monster in sich unter Kontrolle haben?




EinbandTaschenbuch
Seiten224
Alterab 14 Jahren
ISBN978-3-551-31140-5

6.99 Euro
Verlag: Carlsen





Meine Meinung:

Für Buchbotschafter durfte ich Zärtlichkeit von Robert Cormier lesen und als ich das Buch gestern beendet hatte, fiel mir auf das ich das Buch schon gelesen hatte. Zwar mit einem anderen Cover (guckst du HIER!) aber mit denselben Inhalt. Ich war aber genauso wie damals regelrecht ergriffen und fasziniert von der Geschichte rund um Eric Monster wie damals. Es war definitiv ein Dèjà vu, aber kein Unangenehmes, denn auch wenn ich erst am Ende der Geschichte auf dem Schirm hatte: "Halt! Stop! Dieses Buch hast du ja schon einmal gelesen!" hat es mich nicht gestört, denn manchmal muss man Bücher einfach erneut lesen um sie zu begreifen oder wertzuschätzen. Ich wage zu behaupten, das eins meiner jüngeren Geschwister dieses Buch im Deutschunterricht lesen mussten. Ich werde da natürlich nachhaken müssen um Gewissheit darüber zu bekommen, denn woher sonst hätte ich das Buch bekommen?
Robert Cormier ist hier ein wirkliches Meisterwerk gelungen, welches Jung und Alt begeistern wird, denn wann hat man schon die Gelegenheit die Psyche eines Mörders zu ergründen? Vielleicht sogar zu verstehen? Sich in ihn hineinversetzen können?
Ich gestehe, das mir das neue Cover um einiges besser gefällt als die davor, denn darum geht es in dem Buch, um dunkelhaarige Frauen, die Eric anzieht wie ein Magnet. Warum es gerade dunkelhaarige Frauen sind fließt erst nach und nach in die Story mit ein und gibt eine Menge von Eric preis und wer tiefer gräbt, wird auch erkennen, wo genau das Wort "Zärtlichkeit" vergraben liegt, denn mal im Ernst kann ein Mörder zärtlich sein? Ist das nicht fern jeder Logik? Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht um es zu verstehen und vor allem zu begreifen. Im Prinzip ist Eric wie ein kleiner Junge auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit. Liegt es nicht in der Natur des Menschen, das wir von Geburt an dieses unser größtes sehnen "Zärtlichkeit" ist?
Es beginnt mit Tieren, die schlaff werden in Erics Armen und ihm in diesem Moment das Gefühl von "Zärtlichkeit" vermitteln. Leider reicht dies nicht aus und Eric vergreift sich an Menschen. Nichts rechtfertigt einen Mord und als dann Lori auftaucht ist ihr Schicksal besiegelt.
Lori ist in meinen Augen völlig durchgeknallt und dennoch ist sie diejenige, die in Eric einiges bewegt. Könnte es möglich sein, das er sich ändert?
Der Roman hat mich von Anfang an erneut fesseln können und ich habe das Lesen wirklich genossen. Ich fand das Ende ziemlich traurig, denn ich hätte mir ein anderes Ende für Lori und Eric gewünscht und tatsächlich zu hoffen gewagt, das Lori Eric gut tut und sein Denken, sein Wollen und seine Taten ändert, aber es kommt doch alles anders als erwartet und hinterlässt mich mit einem bitteren Nachgeschmack. Nun ja, ein Happy End hätte jetzt auch nicht wirklich gepasst, aber irgendwie etwas Schönes hätte ich mir doch für Eric gewünscht. Ich bin dennoch sehr zufrieden und möchte dem Buch gerne eine Leseempfehlung aussprechen!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen