Mittwoch, 13. März 2013

Ganz Besonders!



NICOLE C. VOSSELER

In dieser ganz besonderen Nacht

ORIGINALAUSGABE
Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 576 Seiten
ISBN: 978-3-570-15534-9
€ 18,99

Verlag: cbj

 

Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber, die in einer deutschen Kleinstadt gelebt hat, nach San Francisco ziehen – zu ihrem Vater, den sie kaum kennt. Sie fühlt sich einsam und verlassen. Eines Abends begegnet sie dort in einem leer stehenden Haus Nathaniel, einem seltsam gekleideten Jungen. Er scheint der Einzige zu sein, der sie versteht. Aber er bleibt merkwürdig auf Distanz. Als Amber den Grund dafür erfährt, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg: Nathaniel stammt aus einer anderen Zeit und die beiden können niemals zusammenkommen. Doch in einer ganz besonderen Nacht versuchen die beiden das Unmögliche …



Meine Meinung:
Klappentext und Trailer sprachen mich sehr an und für mich war klar, das ich "In dieser ganz besonderen Nacht" unbedingt lesen möchte. Nachdem ich das Buch nun beendet habe, verwirrt mich ein ganz klein wenig die Altersangabe, denn meiner Meinung nach ist dieses Buch eher für ältere Mädchen, so etwa 16, aber 12 fand ich aufgrund der teilweise doch beklemmender Stimmung viel zu tief angesetzt. Mitunter ist das Buch sehr schwermütig und man wünscht sich wirklich das jetzt endlich mal etwas Schönes passiert, aber ich greife vor, denn ich möchte jetzt natürlich nicht das Pferd von hinten aufzäumen, sondern von ganz vorne anfangen.

Der Klappentext erzählt im Prinzip schon fast alles, was uns im Buch begegnen wird. Amber, deren Mutter verstorben ist, muss von Deutschland, wo sie aufgewachsen ist in die USA wo ihr Vater lebt. Sie muss ihre Freunde und einen Teil ihrer Familie zurücklassen um bei Ted zu leben, da ihre Mutter es so verfügt hat. Man kann Ambers Trauer regelrecht spüren und auch wenn Ted sich wirklich alle Mühe gibt, kann er Amber ihre Trauer und auch ihre Wut darüber in den Staaten zu sein erst einmal nicht ändern. Natürlich findet Amber neue Freunde, obwohl es am Anfang doch recht oberflächlich bleibt. Was mich am meisten genervt hat war die Therapeutin zu der Amber hingeht um ihre Trauer zu bewältigen. Immer wenn es kurz vor einem Durchbruch steht, sagt diese: "Sehr gut Amber, daran knüpfen wir nächstes Mal an. Deine Sitzung ist zu Ende!" Mir erschien dies als sehr unmenschlich. Ich kann Amber dennoch sehr gut verstehen, denn ihre Angst, wenn sie einmal anfängt zu weinen nie wieder aufhören zu können kenne ich aus eigener Erfahrung.

Nathaniel lernt sie kennen als sie sich nach einem Überfall in ein  leerstehenden Haus rettet und das Gefühl hat, endlich zuhause zu sein. Sie richtet sich dort ein und wird vorerst nur beobachtet. Erst nach und nach gibt sich Nathaniel zu erkennen. Es dauert eine ganze Weile bis Amber merkt, das sie es nicht mit einem Menschen aus Fleisch und Blut zu tun hat. Dennoch liebt sie Nathaniel und es wird tatsächlich einen Weg geben, das die beiden sich nah sein können und das ist die Nacht vor Allerheiligen. 

In der Zwischenzeit hat Amber ihren Freundeskreis erweitert und diese sind eben nicht oberflächlich. Sie haben die selbe Gabe wie Amber: Auch sie können Geister sehen! Sie sind es auch, die sich eher dagegen aussprechen sich Nathaniel weiterhin zu nähern, aber hört man auf seine Freunde wenn man verliebt ist? Es hat krasse Auswirkungen, auch wenn es für Nathaniel und Amber sicherlich sehr schön war, sich zu nähern und sich endlich richtig spüren zu können, aber was ist der Preis? Soll sich dieses einmal im Jahr wiederholen? Was passiert in der Zwischenzeit? 

Gefühlsmäßig bin ich hin und her gerissen wie ich das Buch einordnen soll. Einerseits fand ich es romantisch und schön und andererseits triefte es mir am Ende förmlich vor lauter Kitsch. Geister sind ja nichts Neues, seitdem paranormales unsere Bestsellerlisten erstürmen. Ich gestehe, das ich mitunter solche Geschichten sehr, sehr gerne lese. "In dieser besonderen Nacht" hat mir natürlich sehr gefallen.  Ich fand die Story nett verpackt, dennoch würde ich das Buch meiner 12 Jährigen Tochter noch nicht zu lesen geben, wenn ich denn eine hätte, weil es an manchen Stellen einfach viel zu schwermütig ist und die Trauer, die Amber tief in sich trägt - ihre Sehnsucht nach ihrer Mutter - einem doch ganz schön den Boden unter den Füßen wegziehen kann. 

Trotz allem gibt es eine Leseempfehlung, denn ich hatte eine schöne Lesezeit voll Spannung, Anspannung  und ganz viel Liebe!

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