Montag, 31. Dezember 2012

Die Macht der Erinnerung



Arno Strobel

Der Trakt

Psychothriller

Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 8,95 | €
ISBN: 978-3-596-18631-0



»Und wer bist du wirklich?« 

Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?




Leseprobe! Klick!







Von Arno Strobel bisher erschienen im Fischer Verlag:

Der Trakt

Das Wesen

Das Skript

im Januar 2013 (von mir vorbestellt!) Der Sarg




Kleines Vorgeplänkel:

Wenn man bedenkt, das Thriller und Krimi meine bevorzugte Genre war, stelle ich nun im Rückblick auf das Jahr 2012 fest, das ich mich auch in anderen Genren zuhause fühlte und daher immer weniger Thriller gelesen hatte. Ein Blick in mein Bücherregal ließ mich bei "Der Trakt" von Arno Strobel stocken, denn "Das Skript" hatte mich sehr begeistert und es kribbelte mich regelrecht nun ein weiteres Buch des Autors zu lesen. Gedacht, getan und in einem Rutsch gelesen. Minimaus hatte gestern Besuch und ich somit ganz viel Zeit für mich, obwohl es für mich eine Zeit des Wandern war. Vom Sofa in ihr Bett und wieder zurück, denn die Kinder meinten sie müssten überall spielen. War aber kein Problem, denn ein Buch mitten am Tag zu Lesen ist mittlerweile zu einem echten Luxus geworden und ich habe es genossen. Der Thriller war so spannend und hat mich von der ersten Seite an wirklich gefesselt. Ich habe mich tatsächlich zwischendurch geärgert, wenn die Mädchen trinken wollten, oder unbedingt dort spielen wollten, wo ich mich verkrochen hatte.



Meine Meinung:

Nachdem ich von "Das Skript" wirklich begeistert war fing ich an mir nach und nach die anderen Bücher zu ertauschen bzw. einen Gutschein einlöste um es mir zu kaufen, aber sie zu lesen, nun ja, dazu fehlte einfach die Zeit. Es gab so viele tolle Bücher, die mir aus meinem Regal entgegenschrien: Lies mich! lies mich! so das "Der Trakt" stand und stand und stand - bis gestern. Im Nachhinein ärgere ich mich, denn auch "Der Trakt" konnte mich sehr begeistern und führte dazu, das ich wieder einmal feststellen musste, das ich eben doch eine echte Thrillertante bin. was Arno Strobels Bücher betrifft, habe ich nun Halbzeit, denn ich habe von 4 Büchern 2 gelesen und eins wartet noch im Regal und das andere kommt dann am 17. Januar (laut Amazon) Darauf freue ich mich schon, obwohl der Titel "Der Sarg" meine größte Angst beeinhaltet. Eingesperrt in einem dunklen Raum, bzw. lebendig begraben. Arno Strobel packt mich da wo meine größten Ängste sind und hat es auch bei "Der Trakt" geschafft, das ich es vor Spannung und unterdrückter Angst kaum ausgehalten habe und mitunter sicherlich auch vergessen habe zu atmen. An irgendeiner Seite im Netz las ich den Vergleich zu Sebastian Fitzek und das kann ich nur bestätigen, denn auch Fitzek schafft es mich komplett zu überzeugen und Nächte (obwohl es gestern ja Nachmittag war) durchzulesen.

Worum geht es im Buch?

Es geht in einem Wort erklärt um Erinnerungen. Sybille erwacht und ist mit ihren Erinnerungen völlig überfordert. Sie kann nur an eins denken und das ist ihr Sohn Lukas. Schlimm daran ist, das außer ihr niemand daran glaubt, das Lukas wirklich existiert. Im Nachhinein glaubt selbst Sybille fast nicht mehr daran.

Viele Menschen haben ihre großen und kleinen Auftritte und letztendlich verwirrt der Autor uns von Anfang an, denn wem kann Sybille wirklich vertrauen? Wer ist hier Freund und wer Feind? Selbst ich als Leserin lasse mich verwirren und spekuliere mal in diese Richtung und dann mal wieder in eine Richtung. Letztendlich lag ich aber komplett falsch und bin ganz erstaunt zusammen mit Sybille in eine Falle getappt.


Es ist ein Psychospielchen indem sich andere an unseren Erinnerungen ergötzen und das große Geschäft wittern. Ganz egal, ob dabei ein Mensch zu schaden kommt. Mich hat es im Nachhinein doch sehr beängstigt und ich hoffe das die Medizin niemals so weit ist uns unsere Erinnerung zu nehmen bzw. aus uns einen völlig anderen Menschen zu formen. Das ist etwas, was in die Schöpfung eingreift und auf keinen Fall rechtens werden darf.



Im großen und ganzen kann ich nichts finden, was ich am Thriller bemängeln kann. Mich hat er sehr gefesselt und ich saß wirklich angespannt vor dem Buch und wollte unbedingt wissen, wer Sybille ist und warum selbst ihr Mann sie nicht erkennt. Die Gefühle die in Sybille toben, ihre Ängste und ihre Sehnsüchte sind sehr bildlich festgehalten und für mich komplett nachvollziehbar. Dem Autor ist es gelungen mich zu überzeugen und dennoch bleibt die Frage die sich mir stellt: "Wie weh muss es tun sein Kind / seine Kinder zu vergessen?" Letztendlich ist es auch das was Sybille am Leben hält, die Sehnsucht nach ihrem Sohn Lukas, der doch nur ihrem eigenen Kopf entsprungen ist und nicht wirklich existiert, oder vielleicht doch? Überzeugt euch selbst, denn von mir gibt es natürlich eine Leseempfehlung!


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