Samstag, 11. August 2012

Wie viel Leben passt in eine Tüte?

Das Buch, welches ich heute rezensieren möchte, lernte ich durch Lovelybooks.de kennen und schätzen, denn es beinhaltet einen wahren Schatz, der sich in einer Papiertüte befindet. Der Umschlag fühlt sich etws fester an als eine Butterbrotstüte, die wahrscheinlich jeder von uns kennt. Früher hat Mama immer meine Butterbrote für die Schule da hineingepackt und in so einer ähnlichen Verpackung befindet sich auch Roses "Survival Kit!"

Survival Kit heißt übersetzt nichts anderes als Überlebenspäckchen / Überlebenausrüstung und davon benötigt Rose nach dem Verlust ihrer Mutter auch eine ganze Menge.


Sehr einfühlsam wird darüber berichtet, wie Roses Leben nach dem Tod ihrer Mutter weitergehen muss und wie viel Schmerz und Trauer der Verlust eines uns geliebten Menschen in uns vorhanden sind. Es wird berichtet über die Schutzmauern, die wir um uns bauen um uns zu schützen, aber auch davon, wie wir diese umstoßen können um wieder zu lachen und wieder am Leben teilnehmen können. Rose hat sich komplett zurückgezogen und vieles, was vorher Teil ihres Lebens war hat sie zum Selbstschutz aus ihrem Leben verbannt. Ich habe oft schwer geschluckt, da ich mir die Trauer wirklich bildlich vorstellen konnte. Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und vielleicht auch typisch amerikanisch, aber dennoch war das Buch auch für mich ein wahrer Schatz, den ich meiner Tochter gerne zu lesen geben werde und ich hoffe, das wir uns darüber austauschen werden.







Donna Freitas

Wie viel Leben passt in eine Tüte? 

 Wenn aus Trauer Hoffnung wird


Ein iPod mit Liedern, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern, ein Papierdrachen. Das alles befindet sich in der schlichten braunen Papiertüte mit der Aufschrift „Roses Survival Kit“, die Rose am Tag der Beerdigung ihrer Mutter findet. Es ist ein letztes Geschenk an Rose – und der Beginn einer Reise. Zögernd lässt Rose sich darauf ein. Jeder Gegenstand scheint sie dabei auf seltsame Art zu Will zu führen. Schon bald merkt sie, dass sie mehr für den zurückhaltenden Jungen empfindet. Doch dann geschieht etwas, dass Roses und Wills aufkeimendes Glück tief erschüttert. Ob ihre Mutter ihr auch für diese Situation etwas hinterlassen hat?

Ein bewegender und doch leichtfüßiger Roman über den Schmerz des Abschiednehmens und den Zauber eines Neuanfangs.




  • Aus der Reihe: Lebensfragen 
    Gebunden mit Schutzumschlag
    400 Seiten
    Ab 13 Jahren
    ISBN: 978-3-522-30312-5
    Preis: 18,95 €


Eine Leseprobe findet ihr hier:


Die Autorin:
Donna Freitas wurde in Rhode Island geboren, studierte Spanisch und Philosophie und hat einen Doktortitel in Theologie. Neben ihrer Tätigkeit als Professorin an der Boston University veröffentlichte sie mehrere Sachbücher zum Thema Jugend und Religion und schreibt für bekannte Zeitungen und Magazine, darunter das Wall Street Journal, die Washington Post und Newsweek. "Wie viel Leben passt in eine Tüte?" ist ihr erster Jugendroman in deutscher Übersetzung.







Alle Informationen sind direkt der Verlagsseite http://cms.thienemann.de entnommen!





Meine Meinung:
Ich habe schon erwähnt, das mich das Buch im positiven Sinne sehr bewegt hat. Ich konnte es kaum aus den Händen legen und die 400 Seiten waren zügig gelesen. Was natürlich auch für ein Jugendbuch spricht, da der Text recht großzügig ist und daher das Lesen wirklich nicht schwer fällt. 

Das Buch beinhaltet einige kurze Kapitel und ist eingeteilt in 4 Abschnitte:
Juni - Das nachtblaue Kleid
November und Dezember - ein Soundtrack für die Feiertage
Januar und Februar - Ein Herz aus Kristall
April und Mai - Sternschnuppenwünsche

Alle Kapitel sind mit Musiktitel betitelt und einige Lieder waren mir natürlich unbekannt. Musik spielte im Leben von Rose Mutter eine sehr große Rolle und schon bevor ihre Mutter verstarb hat Rose Musik komplett aus ihrem Leben ausgeklammert. Sie kann Musik nicht ertragen und es dauert eine ganze Weile bis es ihr gelingt sich zu überwinden. Ich will hier jetzt nicht vorwegnehmen, was alles im Buch noch eine große Rolle spielt, daher gehe ich jetzt komplett auf Anfang und fange damit an, wie Rose das Survival Kit ihrer Mutter findet. 

Im amerikanischen heißt der Buchtitel auch "Survival Kit" und ich hätte es auch sehr passend gefunden den Titel einfach so zu lassen, denn das "Survival Kit" spielt eine riesengroße Rolle, das komplett durch das Buch führt wie ein roter Faden. 

Ich werde versuchen so wenig wie möglich zu spoilern, denn dieses Buch ist einfach zu wunderbar, das man es übersieht. Natürlich ist die Geschichte seit "P.S, ich liebe dich" nicht neu, aber dieses Buch ist ganz anders. Den Tod darf und kann man leider nicht aus seinem Leben ausklammern. Irgendwann trifft er uns alle. Vorbereiten kann man sich nicht und auch ein Buch wird nicht den Trost bieten, den wir brauchen, aber vielleicht ist so ein "Survival Kit" sehr wertvoll auch für unsere Kinder, unsere Ehefrauen oder Ehemänner, unseren Freunden oder auch unseren Eltern? Ich fand die Idee wundervoll und wenn ich die Chance hätte auch so zu handeln, würde ich meinen Kindern auch das eine oder andere in die Tüte packen, damit sie nicht vergessen sich an schönen Dingen zu erfreuen, wieder lachen oder auch sich erneut verlieben können. Diese Dinge darf und kann man nicht ausklammern, auch wenn man vielleicht eine ganze Menge an Zeit braucht weiterzuleben ohne den Schmerz in der Brust, den der Verlust eines geliebten Menschen in uns auslöst.


Das "Survival Kit" ist die Idee von Rose Mutter, die als Grundschullehrerin gearbeitet hat und für die Eltern ihrer Schüler jedes Mal am ersten Schultag einiges gebastelt hat um den Eltern und auch den Kindern den Schulstart zu erleichtern. Ein Papierdrache zeigt auf, den Kindern Flügel zu geben und los zulassen. Wer schon Kinder hat, wird diese Geste sicherlich verstehen, denn es fällt uns, besonders uns Müttern schwer unsere Kinder ziehen zu lassen. 

Solch ein "Survival Kit" findet Rose im Kleiderschrank ihrer Mutter und es überfordert sie zuerst, denn die Beerdigung ist gerade vorbei. Erst nach und nach nimmt das "Survival Kit" Raum ein in Roses Leben. Und mit ganz viele kleinen Schritten findet Rose in das Leben zurück.

Der Autorin ist es wirklich gelungen mich zu überzeugen und dieses Buch ist als sehr wertvoll zu betrachten. Es ist keineswegs kitschig, sondern sehr, sehr einfühlsam, denn Roses Gefühle werden aus allen Seiten betrachtet und wertgeschätzt. Ich fand es auch wunderbar zu sehen, wie sehr sich Rose bemüht und auch wenn Rückschläge kommen, sie gute Freunde hat, die sie auffangen. 

Rose muss schon alleine dadurch stark sein, da ihr Bruder Jim am College ist und ihr Vater seinen Kummer im Alkohol ertränken möchte. Jeder geht mit seinem Schmerz anders um, aber die ganze Verantwortung auf ein 16 Jähriges Mädchen zu übertragen fand ich dann doch krass. Immerhin trauert Rose auch und verliert dadurch auch ihren festen Freund Chris, dem Footballstar der Highschool, obwohl ich spontan den Verlust als nicht sehr groß beachte, denn ab da kann Rose sich weiterentwickeln und sich dem neuen Leben ohne ihrer Mutter stellen und nicht nur in Chris Schatten stehen.

Will, der Junge der sich um den Garten kümmert ist für Rose irgendwann sehr, sehr wichtig. Nicht nur, das er sich darum kümmert, das Rose Pfingstrosen in Mutters Garten pflanzen kann, er ist im Prinzip auch ein Seelenverwandter, den auch er hat den Verlust eines Elternteils zu beklagen. Es entwickelt sich eine Liebe, die langsam wächst und im entscheidenden Moment auch zerbricht, da Will nicht aus seiner Haut kann und wie am Boden festgeklebt zu sein scheint. dennoch gibt es für Rose ein Happy End, wobei das "Survival Kit" wieder eine große Rolle spielt.

Ich fand das Buch sehr einfühlsam und gerade passend, was die Gefühlslage betrifft, denn junge Menschen werden nachvollziehen können, was in Rose vorgeht. Das Buch hat auch die eine und andere romantische Stelle, die mich zum schmunzeln hat bringen lassen und mein Herz ganz weit gemacht hat für Rose und ihre Situation, denn sie brauchte einfach etwas ganz, ganz schönes in ihrem Leben. Sehr gut fand ich auch, das die Autorin Rose jede Menge gute Freunde mit auf den Weg gegeben haben, die sie immer wieder auffangen und unterstützen. So ganz alleine hätte sie auch ihrer Trauer und ihren Mauern nicht herausgefunden. Manchmal kleine Schritte und manchmal auch ganz große, manchmal ging der Weg auch zurück, aber ganz zum Ende hin konnte Rose loslassen und wieder lachen. 




Eine echte Leseempfehlung für das Buch "Wie viel Leben passt in eine Tüte"!





















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