Montag, 20. August 2012

Eine Liebe stärker als Raum und Zeit

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich anlässlich einer Leserunde auf Lovelybooks.de lesen durfte. Die Autorin hat uns dabei begleitet und auch wenn die Leserunde noch voll im Gange ist, ist es für mich heute an der Zeit meine Eindrücke zu verarbeiten, bevor meine Erinnerungen und Empfindungen verblassen.

Im Prinzip reichen einige Adjektive aus um das Buch zu umschreiben: Wunderschön, Bewegend, Liebevoll, Authentisch, Bezaubernd, Herzzereißend, Leidenschaftlich und vieles, vieles mehr, was sich nicht in Worte fassen lässt, aber da dies für eine Rezension nicht ausreichend ist, muss ich meine Gehirnzellen soweit ankurbeln, das ich euch das Buch schmackhaft machen kann bzw. so beschreiben, das ihr wirklich Lust bekommt mit Nadonah und Nacona auf eine Zeitreise zu gehen. In einer Zeit, in der das Ende der Stämme der Indianer schon vorprogrammiert war. In eine Zeit, in der das nackte Überleben im Vordergrund stand, geprägt und gestützt durch eine tiefe Liebe. 


Das Buch ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern mitunter geprägt durch Blut und Hass, aber auch nur so kann ich der Autorin Britta Strauß das Buch abnehmen. Wer sich für das Leben der Indianer interessiert, weiß, das es für sie kein leichtes Leben gewesen ist, als die Siedler ihr Land befielen und ihnen alles nahmen, was ihnen seit Urzeiten gehörte. Mir unterliegt es nicht, es zu beurteilen und zu verurteilen, aber zwischenzeitlich hatte ich doch einen echten Groll auf die "gelben Haare". Wer hätte sich nicht gewehrt, wenn plötzlich Horden von Soldaten über Frauen und Kinder herfallen? Wer hätte nicht das verteidigt, was seit Urzeiten den Indianern zur Verfügung stand? Es wurden Bisons gejagt um die Familien über den Winter zu bringen und plötzlich sind da keine Herden mehr und der Hungertod naht. Es frustriert und verändert die Menschen. Mir ist das sehr nah gegangen und ich bin wirklich ins Grübeln gekommen. Ich fühlte mich fast persönlich angegriffen, da ich mich mit Nadonah und Nocona identifizieren konnte. Der Autorin ist es gelungen mich mitten in das Geschehen hineinzubringen und mich alles miterleben zu lassen.


Vorher schrieb ich, das das Buch ganz wunderbar ist und das ist es auch, obwohl manche Szenen tatsächlich sehr grausam sind und unser Kopfkino uns ganz genau zeigt, wie man einen Skalp nimmt und dennoch müssen diese Dinge in ein Buch um zu zeigen, wieso und weshalb es oftmals so blutig abgehen musste und was dahintersteckt. Es war nicht nur Hass von Seiten der Indianer aus, sondern reine Verteidigung. Zumindest habe ich es so herausgelesen. Die Autorin lässt nichts aus und beschönigt auch nichts. Wir lesen von Morden, Vergewaltigungen und auch von Sehnsüchten. Der Sehnsucht nach Frieden und Harmonie, der leider nicht eingekehrt ist, wenn wir die Geschichten der Indianer verfolgen. Klar, jetzt kann man sagen: "Wieso? Sie hatten doch dann ihre Reservaten und bla, bla, bla. Aber jemanden im Prinzip einzusperren, die gewohnte Freiheit zu nehmen grenzt auch an Gewalt, aber das ist nur meine Meinung. Geteilt werden muss sie nicht, aber wer das Buch gelesen hat in all seinen Facetten wie der Natur und der Freiheit, wird mir vielleicht doch zustimmen.




Mehr dazu unter meiner eigenen Meinung. Jetzt erst einmal die üblichen Dinge wie Produktdetails und Co:


Zusammenfassung:

Die junge Fotografin Sara reist durch den mittleren Westen der USA, auf der Suche nach dem einen, besonderen Foto. Als ihr in einem Museum der Comanche Makah über den Weg läuft, ist sie hingerissen. Das perfekte Gesicht für das perfekte Foto. Doch wie erklärt sich die Vertrautheit zwischen ihnen? Was haben die intensiven Träume zu bedeuten, die sie seit ihrem ersten Zusammentreffen immer häufiger heimsuchen? Träume, die sie in die Vergangenheit reisen lassen, in eine Welt, die längst untergegangen ist. Immer mehr Fragen tauchen auf, die mit dem Verstand nicht zu beantworten sind. Als Pflichten Sara zurück nach New York zwingen, wird sie von Visionen überwältigt. Sie spürt, dass nur Makah ihr helfen kann. Verzweifelt versucht sie, ihn wiederzufinden, doch als es ihr endlich gelingt, bricht Unheil über die beiden Liebenden herein. Schatten aus ferner Vergangenheit drohen ihr Leben zu zerstören, auf Sara wird ein Mordanschlag verübt. Während Vision und Wirklichkeit zunehmend verschwimmen und eine tragische Liebe aus längst vergangenen Zeiten ihren Weg in die Gegenwart findet, kämpft Makah um das Leben der Frau, der sein Herz gehört.



  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • 14,99 Euro im Buchhandel
  • Verlag: Sieben Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3864430844
  • ISBN-13: 978-3864430848



Eine Leseprobe findet ihr hier:











Mehr zur Autorin findet ihr hier: 




Meine Meinung:

Der Klappentext sagt schon einiges über die Handlung aus, daher möchte ich diese auch nicht haarklein wiedergeben, sondern nur ganz grob umschreiben, was mir persönlich wichtig geworden ist. 

Im Prinzip lernen wir vier Personen kennen, die miteinander verknüpft sind. Nocona und Nadonah in der Vergangenheit und in der Gegenwart Sara und Makah. Klingt vielleicht im ersten Moment komisch, ist für das Buch aber sehr notwendig, denn um es vereinfacht zu sagen schlüpfen Sara und Makah in die Rolle von Nocona und Nadonah und erleben somit die tiefe und innige Liebe zweier Menschen die schöner beschrieben wirklich nicht gehen könnte. Dabei werden auch Sara und Makah tief miteinander verbunden. Sie merken schnell das sie zusammengehören. Das Buch ist wirklich sehr, sehr leidenschaftlich und erinnert mich zwischendurch sehr an Diana Gabaldons ersten Band "Feuer und Stein" in der Jamie und Sassenach ihre Liebe zueinander entdecken und auslebn.


Erzählt wird die Geschichte der Cynthia Ann Parker, die als weiße Frau unter den Comanchen lebte. Natürlich ist vieles im Roman Fiktion, aber da Cynthia Ann tatsächlich mit dem Häuptling Nocona verheiratet war und über ihre Zeit bei den Indianern geschwiegen hat, lässt dies viel Freiraum für Spekulationen. Warum also nicht eine außergewöhnliche Liebesgeschichte daraus machen?


Ich bin immer noch voller Emotionen und könnte ganz viel ausholen und ganz viel spoilern, aber das sind Dinge die ich mir persönlich untersage um niemanden die Vorfreude auf das Buch zu nehmen. Durch das ganze Liebesgeplänkel, was ich wirklich genossen habe, gehe ich mal ganz stark davon aus, das dieses Buch nur für uns Frauen geschrieben wurde. Natürlich ist der geschichtliche Hintergrund, den ich oben beschrieben habe auch sehr wichtig, aber da die Liebe doch irgendwie im Vordergrund steht, wüsste ich keinen Mann, der sich so sehr darauf einlassen könnte wie ich.



Hinten im Buch finden wir die geschichtlichen Fakten und auch Fotos von Cynthia Ann  Parker und ihrem Sohn Quanah. Ich gestehe, das ich durch das Lesen des Romans ein ganz anderes Bild von Cynthia Ann im Kopf hatte, daher war ich fast enttäuscht, das sie eher normal und unscheinbar aussah, also ganz anders als die rassige und leidenschaftliche Schönheit die ich vor Augen hatte.


Noch einmal kurz die Erwähnung das ich die Indianer als stolzes und tapferes Volk empfunden habe und den einen oder auch die eine in mein Herz geschlossen habe. Ihr Sterben / ihre Hinrichtungen mitzuerleben  war mitunter auch für mich sehr hart. Es geschieht alles sehr glaubwürdig und deshalb ist mir die Geschichte auch sehr authentisch. Genauso hätte es gewesen sein können. 




Definitiv eine Leseempfehlung für das Buch Nocona von Britta Strauß!


Eine kleine Anmerkung noch zum Cover: Ich war total überrascht, das Nocona hier der männliche Part ist, denn vom Cover aus, das eine wunderschöne Frau zeigt, bin ich tatsächlich davon ausgegangen, das Nacona weiblich sit. Tja, so kann man sich täuschen. Und für alle die der Name Nadonah verwirrt hat, dies wird der Indianername von Cynthia Ann Parker. Cynthia, die sich recht schnell in das Leben im Stamm integrieren kann, ihre Sprache lernt und schnell beginnt sich zu entfalten ohne Zwänge und Strafe ihrer Eltern, wird zu einer hoch aufgerichteten und starken Frau. Eine Frau die tatsächlich gelebt hat und nicht erfunden wurde und hier die Rahmenfigur des Romans wird. Sehr gelungen und absolut Lesenswert! 











Alle Informationen zum Buch sind der Verlagsseite http://www.sieben-verlag.de entnommen!




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